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Doping-Jäger: "Wir sollten Lance Armstrong vergeben"

Freispruch für den Doping-Sünder? Der Chef der US-Anti-Doping-Agentur fordert Nachsicht mit Lance Armstrong – trotz dessen Mega-Skandal.

Heute Redaktion
Lance Armstrong
Lance Armstrong
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Von 1999 bis 2005 triumphierte Armstrong sieben Mal bei der Tour de France. 2010 packte sein Landsmann Floyd Landis aus – und Dopingjäger Travis Tygart nahm die Ermittlungen auf. Die Folge: Armstrong wurden all seine Tour-Erfolge aberkannt, er wurde lebenslang im Radsport gesperrt.

Wenn sich Tygart die heutigen Verhältnisse im Radsport ansieht, gibt er sich in Bezug auf Doping ganz gelassen. "Im Vergleich zu damals ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht", meint der 51-Jährige gegenüber des "SID". Mehr noch, er glaubt: "Wir sehen im Radsport wieder eine Kultur des sauberen Sports."

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    (Bild: GEPA-pictures.com)

    Hauptverantwortlich für die besseren Verhältnisse seien die Bosse des Radsport-Weltverbands. "Präsident David Lappartient hat erkannt, dass der saubere Sport von korrupten Praktiken überrannt wird, wenn man ihn nicht entsprechend schützt", meint Tygart.

    Bei den Ermittlungen gegen Armstrong habe der Verband noch eine ganz andere Rolle gespielt: "Sie haben zunächst aktiv versucht, Zeugen davon abzuhalten, mit uns zu kooperieren, und uns wichtige Dokumente vorenthalten. Wir hielten es deshalb für notwendig, unsere Beweise zu veröffentlichen." Was am Ende die lebenslange Sperre von Armstrong zur Folge hatte.

    Armstrong gestand später seine Vergehen. Dopingjäger Tygart ist nicht nur deswegen für eine Rehabilitation von überführten Ex-Profis: "Viele der Fahrer damals waren Opfer des Systems, und es ist richtig, dass sie mit der Zeit zurückkommen konnten, auch in anderer Funktion. Und auch Lance Armstrong sollten wir nach seinem Geständnis vergeben."

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