Ein 25-jähriger Oberösterreicher, dem die Staatsanwaltschaft zwei sexuell motivierte Morde vorwirft, hat sich heute in Linz schuldig bekannt. Er schilderte, wie er ohne Gefühlsregung zwei Frauen erdrosselt, später mit Messern traktiert und sich an ihnen vergangen habe. Sein Mandant sei "schuldig, hochgradig abartig, gefährlich und nicht zurechnungsfähig", sagte Verteidiger Andreas Mauhart.
Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt dem Mann jedoch sehr wohl Zurechnungsfähigkeit. Das erste Opfer war laut Anklage eine 61-jährige Bekannte des Angeklagten. Er habe die Frau zufällig getroffen. "Sie hat sich mir aufgedrängt", so der Beschuldigte.
Mit Riemen erdrosselt
Er habe sie zu sich nach Hause eingeladen, der Weg führte durch einen Wald. Dort habe er gedacht: "Wenn ich sie nicht loswerden kann, bringe ich sie um." Er habe die Frau mit dem Riemen seiner Tasche erdrosselt, ihr anschließend noch ein Messer in die Brust gerammt und sie sexuell verstümmelt. "Ich habe nichts gefühlt und kein Mitleid gehabt."
"Sehr stolz" auf Mord
Als die schon ziemlich verweste Leiche nach einer Woche gefunden wurde, sei er "sehr stolz" gewesen, dass der Mord zunächst nicht als solcher erkannt wurde. In der Nacht auf den 16. März 2010 kam es schließlich zu der zweiten Tat: Er habe einer 47-jährigen Bekannten zugesagt, ihr beim Bodenverlegen zu helfen. Auch sie sei zudringlich geworden, "ich wollte aber nichts von ihr wissen".
Leiche verstümmelt
Er habe die Frau mit einem Schal gewürgt und ihr schließlich insgesamt sechs Messer in die Brust gerammt, weil er den Eindruck gehabt habe, sie sei noch am Leben. Dann schilderte er, wie er sich an der Leiche sich an ihr vergangen habe. Dazwischen habe er immer wieder ein oder zwei Zigaretten geraucht. "Dann bin ich zu mir gekommen."
Angeklagter geständig
Der Mann wurde durch das Handy-Protokoll der 47-Jährigen überführt. Bei der Polizei gestand er die Tat und gab wenig später auch den weiter zurückliegenden Mord zu. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der Angeklagte wünscht sich selbst eine Therapie.
Opfer zufällig ausgewählt
"Schön langsam begreife ich, was ich getan habe." Auf die Frage seines Verteidigers, ob er ausschließen könnte, wieder jemanden zu töten, wenn er heute freikommen würde, antwortete er kurz und bündig: "Nein." Er habe den Plan, jemanden umzubringen, bereits einige Wochen vor der ersten Tat mit sich herumgetragen, "damit ich meine Wut einmal loswerde". Seine Opfer habe er zufällig ausgewählt.
APA/red.