Das kleine Städtchen in Südthüringen zählt rund 3.000 Einwohner. Am Wochenende werden aber bis zu 5.000 Besucher in Themar erwartet. Der Grund: Hier findet ein Neonazi-Event statt. Das Verwaltungsgericht hat es sogar genehmigt. Dort sieht man es als "politische Veranstaltung".
Den Themeranern passt das aber gar nicht. Sie alle haben eine ganz klare Meinung: "Wir wollen keine Nazis hier haben." Sie leisten nun auf ihre eigene Art Widerstand. Rund 300 Personen haben sich nun zusammengetan und handgemalte Pappschilder angefertigt.
Bürgermeister ist stolz
Dass nur 300 Menschen mitmachen, würde aber nicht bedeuten, dass die restlichen Einwohner das Neonazi-Event befürworten. Barbara Morgenroth, eine Rentnerin, berichtet, dass sie mit ihren Schildern durchs Städtchen wandert und die Themeraner fragt, ob sie diese denn auf die Gartenzäune der Bewohner befestigen dürfe. Bislang hätte sie keine Ablehnung erfahren.
Der Bürgermeister Hubert Böse ist stolz auf sein Dorf. Er hat sich mit 14 weiteren Bürgermeistern aus der Umgebung zusammengeschlossen und am Freitag ein Friedensgebet in der Stadtkirche veranstaltet. Seinen Job übt er eigentlich ehrenamtlich aus, bekommt derzeit aber keine freie Minute. Bürger, Landkreis und Presse möchten mit ihm sprechen.
Für Böse steht Sicherheit an erster Stelle. Die Bilder aus Hamburg während dem G-20 Treffen bereiten ihm große Sorgen. Er möchte nicht, dass so etwas auch in Themar stattfindet.
Marktfest als Protest
Seit Samstag ist das Städtchen nicht mehr erreichbar. Das Event soll am Stadtrand stattfinden. Die Straßen nach Themar sind von der Polizei gesperrt worden.
Während das Neonazi-Konzert stattfindet, feiern die Bewohner des Dorfes ein Marktfest. Das Fest wird aber kein normales sein, denn es wird im Zeichen gegen Rechtsextremismus stehen.
Die Polizei aus Thüringen berichtet bislang von einer ruhigen Lage. Dennoch sind alle 450 Bereitschaftspolizisten vor Ort, um Sicherheit zu gewährleisten, falls es zu Ausschreitungen kommt. (ds)