Killer von Dornbirn kann nicht abgeschoben werden

Ein 34-Jähriger soll am Mittwoch den Behördenleiter Andreas G. (50) mit einem Halsstich getötet haben. Der Verdächtige ist kein unbeschriebenes Blatt.
Man kannte ihn bereits gut in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn (Vorarlberg): Gegen den 34-jährigen gebürtigen Vorarlberger mit türkischen Wurzeln wurde Ende 2009 wegen zahlreicher krimineller Delikte ein rechtskräftiges Aufenthaltsverbot verhängt.

Asyl-Probleme

2010 reiste er schließlich aus, kehrte aber heuer wieder illegal nach Österreich zurück – und stellte am 7. Jänner einen Asylantrag. Als es auch am Mittwoch wieder kein grünes Licht für sein Ansuchen gab, entlud sich der Zorn des arbeitslosen Asylwerbers blutig.

"Offenbar wurde das Anliegen des 34-Jährigen nicht so erfüllt, wie er es sich vorgestellt hat", so Polizei-Pressesprecherin Susanne Dilp gegenüber "Vol.at". Die genaue Motivlage ist allerdings weiter unklar.

Gegen 15.15 Uhr soll der Mann auf den Behördenleiter zugestürmt sein und seinem Opfer ein Messer in den Hals gerammt haben. Vor den Augen mehrere Mitarbeiter sackte Andreas G. (50) blutend zusammen und verstarb noch an Ort und Stelle.

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Killer in Haft

Der Angreifer flüchtete, wurde nach 45-minütiger Jagd aber von zwei Polizeibeamten in der Nähe des Kulturzentrums gestellt und festgenommen. Der mutmaßliche Killer (es gilt die Unschuldsvermutung), der zuletzt in Lustenau wohnte, verbrachte die Nacht in Haft beim Landeskriminalamt.

Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, könnte der Asylwerber bei einer rechtskräftigen Verurteilung, etwa wegen Mordes, nicht in abgeschoben werden. Denn der Verdächtige, so der Bericht, habe angegeben, Mitglied der kurdischen Miliz gewesen zu sein und türkische Soldaten erschossen zu haben. In der Türkei würde ihm die Todesstrafe drohen.

Die Kollegen des Opfers wurden vom Kriseninterventionsteam betreut, Vorarlbergs Landeschef Markus Wallner (ÖVP) brach seine Brüssel-Reise sofort ab: "Wir können gar nicht fassen, was da passiert ist."

Für Donnerstag wurden alle politischen Veranstaltungen im Land abgesagt und stärkere Sicherheitsvorkehrungen für alle Ämter verfügt.

Interview mit Polizei-Pressesprecherin Susanne Dilp:



Quelle: Vol.at/YouTube

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(lu/wp/ck)

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