Dorotheum versteigert Schrumpfköpfe doch nicht

Das Wiener Auktionshaus plante am Dienstag die Versteigerung von zahlreichen Gegenständen, in denen menschliche Überreste eingearbeitet waren.
Rituelle Trophäen-Totenschädel, Schrumpfköpfe und andere Gegenstände, die von idigenen Völkern Afrikas, Asiens, Südamerikas und Pazifikinseln stammen, standen unter dem Namen "Tribal Art" auf der Auktionsliste des Dorotheums.

Der kommerzielle Handel mit den menschlichen Überresten ist zwar generell nicht verboten, sorgte aber dennoch im Vorfeld der Versteigerung für Aufregung. Die Stücken sollten für mehrere tausend Euro veräußert werden.

Kurz vor der um 14 Uhr angesetzten Auktion wurde dann vom Dorotheum bekanntgegeben, dass die beanstandeten Objekte zurückgezogen wurden.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Stellungnahme und Entschuldigung

In einer Aussendung nahm man zu den Vorwürfen Stellung: "Es handelt sich bei den angebotenen Objekten um Kultgegenstände, wie sie in allen großen ethnologischen musealen Sammlungen vorhanden sind, um historische religiöse Kultobjekte, den europäischen Reliquien vergleichbar. Der Handel ist legal. Alle notwendigen Behörden (Zoll, Einfuhr) wurden im Vorfeld einbezogen. Die Objekte waren zum großen Teil im Maison Rouge ausgestellt, einem sehr exklusivsten Ausstellungsort in Frankreich. Die Auktion richtet sich an ein hochspezialisiertes Fachpublikum".

Des Weitern entschuldigte man sich für die Aufregung, die die angebotenen Objekte ausgelöst hatten: "Das Dorotheum bedauert, Menschen irritiert und in ihren Gefühlen verletzt zu haben. Das entspricht nicht im Geringsten unserer Absicht, ganz im Gegenteil, die Haltung des Dorotheum ist geprägt von Wertschätzung gegenüber der kulturellen, religiösen und künstlerischen Bedeutung dieser Exponate".

(baf)

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