Doskozil schießt erneut gegen die Bundes-SPÖ

Hans Peter Doskozil: Einmal mehr kritisierte er den Kurs der Bundes-SPÖ.
Hans Peter Doskozil: Einmal mehr kritisierte er den Kurs der Bundes-SPÖ.picturedesk.com
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) lässt einmal mehr aufhorchen. Erneut übt er scharfe Kritik an der Bundes-SPÖ.

Gemeinsam mit Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher holte Doskozil am Sonntag in der "Kronen Zeitung" einmal mehr zum Schlag gegen den Kurs der Bundes-SPÖ aus. Man sei sich "grundsätzlich über die Ziele der Sozialdemokratie einig", so Doskozil, der Lercher ("wäre ich dort verantwortlich") eine wesentlich wichtigere Rolle in der SPÖ zuteilen würde. Lercher wiederum sah Doskozil als guten SPÖ-Chef: "Er ist für jedes Amt in unserer Republik geeignet. Die SPÖ braucht vertrauenswürdige Personen."

"Wären wir, wie die Bundespartei, hin- und hergesprungen zwischen Forderungen (...), hätten uns die Menschen nicht gewählt"

Auch zierte sich Doskozil bei dem Thema SPÖ-Chef nicht mehr so sehr, wie man zuvor von ihm gewohnt war. "Mittelfristig" stelle sich die Frage zwar nicht, da er dem Burgenland verpflichtet sei, auf Dauer "kann es ja nur das Ziel sein, die eigenen Ideen und Inhalte durchzubringen", wenn man in der Sozialdemokratie etwas weiterbringen wolle. Doskozil störte sich an der Bundes-SPÖ an einem Zickzack-Kurs: "Wären wir, wie die Bundespartei, hin- und hergesprungen zwischen Forderungen nach einer 35-Stunden-Woche, einer 30-Stunden-Woche, zwischen 1.700 Euro steuerfrei und dann doch lieber 1.700-Euro-Mindestlohn, hätten uns die Menschen nicht gewählt", wird er zitiert.

"Worüber wir aber reden können, ist eine faire Verteilung der Lebensarbeitszeit"

Der Mindestlohn müsse, wenn es nicht über Kollektivverträge klappe, eben gesetzlich verankert werden. Außerdem:  Mit derzeitigen Umfragewerten von 18 bis 19 Prozent könne man einfach nicht zufrieden sein, so der burgenländische Landeshauptmann. Neben dem Mindestlohn sehe er die 30-Stunden-Woche wiederum kritisch: Wer 1.200 Euro im Monat verdiene und dann "nur" 30 Stunden arbeiten müsse, werde sich einen Zweitjob nehmen. Wichtig sei, dass die Menschen genug verdienen und beispielsweise dann im Alter weniger arbeiten ("Worüber wir aber reden können, ist eine faire Verteilung der Lebensarbeitszeit") müssten, so Doskozil.

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