Doskozil wirft Kurz "Überheblichkeit" vor

In einem Zeitungsinterview wirft der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Hinblick auf dessen Besuch im Kleinwalsertal Überheblichkeit vor. 

In einem Interview, das Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) der "Presse" gegeben hat, kritisiert dieser Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie die SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Kurz attestiert er Überheblichkeit, bei Rendi-Wagner vermisst er Leadership, ohne das klar zu benennen. 

Doskozil, der laut eigenen Angaben wieder Vollzeit-Politiker ist, kritisiert den Kanzler für seinen Auftritt im Kleinwalsertal. Es passe nicht zusammen die Bevölkerung auf der einen Seite zu bitten, Abstand zu halten und eine Maske zu tragen und auf der anderen Seite "in einem von der ÖVP organisierten Fahnenmeer ohne Maske durch die Gegend zu laufen". Unwissenheit sei laut Doskozil nicht der Grund für den Kanzler-Auftritt, "eher eine Spur Überheblichkeit". 

SPÖ brauche Leadership

Der Lockdown sei richtig gewesen, aber die Kommunikation der Regierung passe nicht, sie sei ein "Drama". "Wir Länder bekommen die Erlässe für die Schulen drei Tage, bevor die Schulen aufsperren. Und dann die Frage, wer über die Grenze darf. Das ist Kraut und Rüben", findet Doskozil klare Worte. Für die SPÖ sei es momentan nicht einfach sich Gehör zu verschaffen, da Kurz ein mediales "Messias-Level" erreicht habe. 

Angesprochen auf die SPÖ befindet Doskozil, dass diese Widersprüche in den Verordnungen der Bundesregierung pointierter aufzeigen müsse. Als Beispiel nennt Doskzil die Corona-App des Roten Kreuzes. Es könne nicht sein, dass der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes (Gerry Foitik, Anm.) plötzlich als Gesundheitsexperte in Erscheinung trete und man der Bevölkerung "durch die Hintertür eine App verkaufen" wolle. 

Über Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner sagt Doskozil, dass man eine Partei mit Leadership und nicht mit Drohungen führen solle. Rendi-Wagner stellte in einem Gespräch in der Pressestunde die Möglichkeit in den Raum, interne Kritiker aus der Partei auszuschließen. "Das hat die Parteivorsitzende nicht notwendig", befindet Doskozil. Das Ergebnis von 71 Prozent Zustimmung hingegen sei ein "respektables" Ergebnis und eine Zustimmung für Rendi-Wagner.

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