Douglas-Mitarbeiter wegen Betriebsrat gekündigt?

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Schwere Vorwürfe gegen die Parfümerie-Kette Douglas: Vier Angestellte wollten einen Betriebsrats gründen. Sie wurden gekündigt. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe.
Es gibt im heimischen Einzelhandel immer noch große Firmen ohne Betriebsrat. Und auch die österreichische Niederlassung der deutschen Parfümeriekette Douglas mit mehr als 400 Beschäftigten zählt dazu.

Als schließlich vier Mitarbeiterinnen die Gründung eines Betriebsrats planten, wurden sie Ende August gekündigt und sofort freigestellt.

Gewerkschaft klagt



CommentCreated with Sketch.4 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Gewerkschaft (GPA) reagierte empört und hat am Arbeitsgericht eine Klage gegen die Kündigungen wegen "verpöntem Motiv" eingebracht. Das Unternehmen bestreitet einen Zusammenhang zwischen den Kündigungen und dem Plan zur Gründung eines Betriebsrats.

In einer Pressekonferenz zusammen mit der Gewerkschaft in Wien sprachen am Mittwoch zwei betroffene Angestellte - Sabrina E. und Emilija S. - über "bedenkliche Zustände" im Unternehmen So gebe es spontane Taschen- und Spindkontrollen in Abwesenheit der Mitarbeiter. Es herrsche eine sehr ängstliche Stimmung und auch Kranksein oder Pausenzeiten werden ignoriert.

Im Juni wurde die Gewerkschaft aufgrund der Vorbereitungen für eine Betriebsratswahl kontaktiert, die Führungsebene wurde ebenfalls informiert.

Dass die aktuellen Kündigungen mit den jüngst verkündeten Einsparungen des Konzerns zusammenhängen, glauben die betroffenen Mitarbeiterinnen nicht. "Wir wurden ja auch nachbesetzt", erklärte Sabrina E.

Douglas dementiert



Mittlerweile hat der deutsche Douglas-Konzern auf die Vorwürfe reagiert. Die deutsche Zentrale in Düsseldorf erklärte, es stehe allen Mitarbeitern "natürlich frei, sich in Betriebsräten zu organisieren".

Die Sprecherin verwies darauf, dass es in Deutschland seit 2017 einen Gesamtbetriebsrat gibt. Die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern sei "sehr gut und vertrauensvoll".

Stichprobenartige Taschen- und Spindkontrollen sind zwar laut Douglas-Pressesprecherin in Österreich gesetzlich zulässig, Selbstverständlich fänden diese aber nur in Anwesenheit der Mitarbeiterinnen statt.

Insgesamt 46 Filialen hat Douglas in Österreich. Vor mehreren Jahren gab es bereits einen Anlauf für die Gründung eines Betriebsrats, aus dem Vorhaben wurde jedoch nichts, weil nicht alle Mitarbeiter dafür waren. Die GPA forderte die Geschäftsführung auf, einer Betriebsratsgründung nicht im Weg zu stehen. (red)
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