Der Meteorschauer der Draconiden zählt zu den unscheinbarsten Sternschnuppenströmen des Jahres. Doch heuer sind die Bedingungen für Himmelsbeobachter besonders günstig.
Weil zu diesem Zeitpunkt beinahe Neumond herrscht, stört kaum Mondlicht die Beobachtung. Bei klarem Himmel sollen etwa fünf bis zehn Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein.
Ab Montag (6. Oktober) zieht die Erde durch eine Staubspur des Kometen 21P/Giacobini-Zinner. Das Maximum der Draconiden wird für Freitag (9. Oktober) gegen 3 Uhr morgens (MESZ) erwartet. Während dieses Zeitraums stört kein Mondlicht, sodass sich auch der ansonsten schwache Meteorstrom gut beobachten lässt. Die Voraussetzungen sind somit ideal.
Der Radiant, also der scheinbare Ursprung der Sternschnuppen, liegt im Sternbild Drache. Dennoch können die Meteore am gesamten Himmel erscheinen.
Auch wenn es bereits Draconiden-Nächte mit bis zu 600 Meteoren pro Stunde gab (2011 und 2018), erwarten Fachleute heuer keine außergewöhnlichen Ausbrüche, sondern die typische Aktivität von etwa fünf bis zehn Sternschnuppen pro Stunde.
Die Draconiden, auch Giacobiniden genannt, sind für ihre langsame Geschwindigkeit von rund 20 Kilometern pro Sekunde bekannt. Sie erscheinen meist lichtschwach und manchmal gelblich. Um sie zu sehen, solltest du einen möglichst dunklen Ort fernab von künstlichen Lichtquellen wählen. In hell erleuchteten Gebieten sinken die Chancen auf eine Sichtung praktisch auf null.
Anders als bei vielen anderen Sternschnuppenschauern lohnt es sich bei den Draconiden am besten, bereits am frühen Abend (nach Sonnenuntergang) zu spechteln, da das Sternbild Drache da noch hoch am Nordhimmel steht. Du musst also nicht bis mitten in der Nacht wachbleiben.
Doch selbst unter idealen Bedingungen braucht es Geduld: Zwischen zwei Sternschnuppen können 15 bis 20 Minuten vergehen.
Wer sich nicht nur auf die Draconiden konzentrieren möchte, kann zur selben Zeit auch den Ringplaneten Saturn im Südwesten beobachten. Mit einem kleinen Teleskop ist das Ringsystem gut zu erkennen. Richtung Osten taucht bereits das Wintersternbild Orion mit dem markanten Orionnebel auf.