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Die beste Fassung, seit es "Dragon Quest"-Spiele gibt

Heute Redaktion
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Mit "Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition" gibt es auf Nintendo Switch ein neues Rollenspiel, das man nicht verpassen sollte.

"Dragon Quest XI", oder "Dragon Quest 11", wie es hierzulande eher genannt wird, ist zwar noch nicht alt, blickt aber schon auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich wurde das Game von Square Enix und Nintendo 2014 angekündigt und sollte zum 30. Geburtstag des Spieleserie im Jahr 2016 erscheinen. In Japan kam es dann auf dem Nintendo 3DS zeitgleich 2017 mit einer überraschenden Fassung für die Playstation 4 heraus.

Der Titel war gar so erfolgreich (zwei Millionen Verkäufe innerhalb der ersten zwei Tage alleine in Japan), dass er es als PC-Portierung ein Jahr später nach Europa schaffte. Nun, wiederum ein Jahr später, erscheint der Titel auf der Nintendo Switch, und zwar als erweiterte und überarbeitete Form mit dem langen Namen "Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals - Definitive Edition".

In "Dragon Quest XI" schlüpft man in die Rolle eines Findelkinds, das die Attacke auf sein Heimatdorf durch Monster überlebt. Jahre später bei einem Ritual zum Erwachsenwerden wird es auch von Monstern attackiert und entdeckt an sich ein leuchtendes Mal, als es seine Kindheitsfreundin beschützt. Nachdem er mehr über seine Herkunft lernt, wird er zum König der Welt Erdria geschickt, wo er allerdings selbst als Monster verschrien und inhaftiert wird.

Er hat noch immer nichts zu sagen

Ein Mithäftling sagt dem Spieler allerdings Großes, die Weltrettung vor dem Bösen, voraus, und startet mit ihm die Flucht. Mit neuen Verbündeten macht sich unser Held danach auf, sein Schicksal zu klären und eine aufsteigende Bedrohung zu bekämpfen. Eine Handlung in bester Rollenspiel-Manier also, die den Spieler mit allerlei Fortbewegungsmitteln an Dutzende Orte der fiktiven Welt führt.

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Auch wenn man die Story so oder so ähnlich in jedem "Dragon Quest"-Teil und in Hunderten anderen Abenteuern gehört hat, an Spannung und Witz fehlt es ihr auch dieses Mal nicht. Klasse ist, dass sich das Spiel nicht nur auf Englisch, sondern auch mit japanischer Sprachausgabe zocken lässt. Allerdings gibt es hier auch gleich zwei Mankos: Deutsch gibt es nur in Untertiteln, und die Hauptfigur selbst bleibt wie Link in den "The Legend of Zelda"-Spielen trotz angeregter Diskussionen der anderen Charaktere fast durchgehend stumm.

Locker über 100 Spielstunden

Grafisch merkt man dann die Adaptierung allerdings sofort. Die Spielfiguren zeigen tolle Details und sind nicht einfach Pixelflecken, die Umgebungen erstrahlen scharf und in kontrastreichen Farben und sogar das Wetter und Tag sowie Nacht, die Jahreszeiten und die Natur wechseln im Verlauf des Spiels. Ein wirklicher Hochglanztitel ist "Dragon Quest XIS: Streiter des Schicksals" nicht, in die Grafik kann man sich aber trotz einiger grober und unscharfer Stellen sofort verlieben.

Rollenspiel-gemäß ist das Spiel äußerst umfangreich und bietet neben stundenlanger Story auch viele Kämpfe sowie die Möglichkeit, jede Menge Items und Materialien zu sammeln. Auch das alles richtet sich nach Tageszeit und Wetterverhältnissen. Manche Monster lassen sich im Schlaf überraschen, andere sind nur in der Nacht hellwach, Ressourcen wie Blumen blühen manchmal nur in der Dunkelheit oder lassen sich nur sammeln, wenn es nicht regnet. Über 100 Stunden dauert es, wenn man das Spiel durchspielen und dabei möglichst viel erleben will.

Klassische Kämpfe, tolle Herstellung

Bei den Kämpfen geht es klassisch zu: Rundenbasiert kann man mit einer bis zu vierköpfigen Party Monstergruppen angreifen und dabei einen, alle oder gar keinen Kämpfer selbst steuern. In letzterem Fall übernimmt der Computer die Auswahl an festlegbaren Angriffen, was überraschend nachvollziehbar klappt. In den Kämpfen lassen sich auch "live" Teammitglieder oder Ausrüstungen wechseln. Nutzen sich die Gefechte mit der Zeit ab, lassen sie sich in bis zu dreifacher Geschwindigkeit beschleunigen.

Hier hat sich allerdings in der Adaptierung wenig getan: Weiter gibt es keinen anpassbaren Schwierigkeitsgrad in den Kämpfen, der Titel ist aber sowieso keiner zum Zähne ausbeißen. Mehr stört da, dass es noch immer kaum Möglichkeiten gibt, die eigenen Teammitglieder strategisch zu platzieren. Dafür kommen mit der "Definitive Edition" komplett neue Monster, neue Helden-Hintergrundgeschichten und sogar Kurzabenteuer aus anderen "Dragon Quest"-Teilen dazu.

Definitiv die definitive Fassung

Noch immer genial ist das Herstellungssystem, in dem man Waffen, Rüstungen und Gegenstände produzieren und verbessern kann. Baupläne findet man in der ganzen Spielwelt verteilt und das herstellbare Sortiment wächst unglaublich schnell an. Das Verfahren ist aber übersichtlich und für jeden Anfänger verständlich, weswegen es einfach Spaß macht, zu versuchen, sich den optimalen Werten für Waffen und Co. immer weiter zu nähern. Wer trotzdem genug hat, findet Tausende Ablenkungen in der Welt, meist in Form von Minispielen wie Rennen und Suchen. Der Charakter selbst wird durch in Kämpfen erhaltene Punkte ebenfalls aufgelevelt, ein "Grinden" ist hier aber aufgrund des moderaten Schwierigkeitsgrads nicht nötig. Ungewöhnlich für einen "Dragon Quest"-Titel.

Unser allergrößtes Manko ist bei "Dragon Quest XI S: Streiter des Schicksals – Definitive Edition" letztlich die fehelende Möglichkeit, jederzeit zu speichern. Gerade auf der Switch als Konsole für schnelles Zocken unterwegs ein No-go. Zum Speichern muss man an teils weit entfernte Punkte reisen, automatische Speicherpunkte sind rar. Die umständlichen Menüs und Inventare wurden dagegen übersichtlicher, automatisches Heilen und Ausrüsten wirkt neue Wunder. Wirklich "definitiv" ist die Fassung aber aufgrund der Einbeziehung anderer "Dragon Quest"-Handlungsstränge, der niedlichen Grafik, dem tollen Soundtrack und der Möglichkeit, das Abenteuer statt in 3D wahlweise auch im 2D-Retrostil zu zocken.