"Da machen wir noch eine Drainage rundherum, dann sind Sie auf der sicheren Seite." Diesen Satz hören viele Bauherren kurz vor dem Verfüllen der Baugrube. Er klingt vernünftig - ist es aber in vielen Fällen nicht.
Eine Drainage kostet nicht nur Geld beim Einbau, sondern braucht auch regelmäßige Wartung. Das Rohr muss alle paar Jahre gespült werden. Wer das vergisst, hat irgendwann ein verstopftes System im Boden.
Nach Angaben von chip.de ist eine Drainage nur bei wenig durchlässigem Boden wie Lehm oder Ton sinnvoll. Dort versickert Regenwasser nur langsam und staut sich vor der Kellerwand. Bei Sand oder Kies hingegen leitet der Boden das Wasser von selbst nach unten ab.
Bei Grundwasser oder Hochwasser ist eine Drainage sogar kontraproduktiv. Steigt das Wasser von unten, läuft das Dränrohr voll. Dann steht das Wasser genau dort, wo es nicht hin soll: direkt an der Wand. Gegen drückendes Wasser hilft nur eine passende Abdichtung oder ein Keller aus wasserundurchlässigem Beton.
Auch wenn es keinen Ablauf gibt, macht eine Drainage keinen Sinn. Viele Gemeinden erlauben nicht, Dränwasser in den öffentlichen Kanal einzuleiten. Eine Drainage ohne sichere Ableitung ist dann nur ein Wassertank am Keller.
Selbst dort, wo eine Drainage sinnvoll wäre, scheitert sie oft an einem Detail. Fehlt das Filtervlies, spült feiner Boden in die Kiesschicht und ins Rohr. Die Hohlräume setzen sich zu, das Rohr verschlammt. Nach einigen Jahren staut sich das Wasser wieder.
Das Fazit des Experten: Eine Drainage ist kein Sicherheitsnetz, das man sicherheitshalber mitnimmt. Wer sie nicht braucht, spart sich die Kosten und investiert lieber in eine saubere Abdichtung.