Von der Präfektur im französischen Nizza wehten am vergangenen Montag und Dienstag mehrere Hakenkreuzfahnen. Dass diese lediglich im Rahmen von Dreharbeiten gehisst worden waren, teilte man der Öffentlichkeit erst viel zu spät mit. Viele Passanten hatten bereits lautstark ihren Unmut über das Spektakel zum Ausdruck gebracht.
Für den Film "Un Sac de Billes" ("Ein Sack voller Murmeln") wurde die Präfektur zur 40er-Jahre-Kulisse. Die Literaturverfilmung handelt von zwei jüdischen Brüdern, die durch das von den Nazis besetzte Frankreich flüchten. Der gleichnamige Roman von Joseph Joffo ist bereits 1975 zum ersten Mal für das Kino adaptiert worden.
, sorgten die Hakenkreuzfahnen in Nizza für erhebliche Aufregung. "Die Leute wussten nicht, ob es ein Scherz, ein Filmdreh oder eine Provokation war", wird ein Tourist von der Rheinischen Post zitiert, Als auf dem Dach zwei Männer auftauchten, um die Fahne auszurollen, hat die Menge angefangen sie anzuschreien."
Auch ein Tourist aus Deutschland meldete sich zu Wort. "Vom Strand aus haben wir die Flagge gesehen", so der 49-Jährige. "Ein unglaubliches Erlebnis, wir waren einfach überrascht." Sein 20-jähriger Sohn fügte hinzu: "Ich finde das lustig. Ich war sehr überrascht, aber schlimm ist das nicht."