Die Mitglieder von Hertha BSC wagen die kleine Revolution. Mit 1670 von 3016 gültigen Stimmen haben sie am Sonntag den Kommunikationsmanager und Ex-Ultra Kay Bernstein zum neuen Präsidenten ihres Klubs gewählt.
Der 41-Jährige will beim Hauptstadtclub eine drastische inhaltliche Neuausrichtung anstoßen. "Unsere Alte Dame liegt auf der Intensivstation. Jetzt können wir sie von innen ganzheitlich heilen und gesund machen", sagte er im City Cube der Berliner Messe nach seiner Wahl.
Es ist ein Sieg für die aktive Fan-Szene und eine krachende Niederlage für das Establishment des Klubs. Während der Versammlung wurde die Entfremdung zwischen großen Teilen der Mitgliedschaft und den Funktionären auf der Bühne immer wieder deutlich. "Wir brauchen einen ehrlichen, wirklichen Neustart", sagt Bernstein.
Bei der Verkündung des Ergebnisses brachen riesiger Jubel und "Ha Ho He, Hertha BSC"-Rufe von Bernsteins Unterstützern aus. Der 41-Jährige, der sich selbst als "Kind der Kurve" bezeichnet, war sichtlich gerührt und pustete auf der Bühne mehrmals durch. "Vielen Dank für euer Vertrauen", sagte er. Jeder und jede könne mithelfen, um die "blau-weisse Seele" des Klubs zurückzugewinnen.
Kurios: Der neue Präsident hatte schon drei Mal Stadionverbot.