Eine Hochzeit um 3.279,20 Euro für 40 Personen ließ ein junges Brautpaar im vergangenen Sommer in einem Landgasthof am Wiener Stadtrand ausrichten. Abgesehen von einer kleinen Anzahlung wurde bis heute aber nichts davon bezahlt. Die Brautleute sind deshalb am Freitag im Straflandesgericht rechtskräftig wegen schweren Betrugs zu jeweils drei Monaten bedingter Haft verurteilt worden.
Eine Hochzeit um 3.279,20 Euro für 40 Personen ließ ein junges Brautpaar im vergangenen Sommer in einem Landgasthof am Wiener Stadtrand ausrichten. Abgesehen von einer kleinen Anzahlung wurde bis heute aber nichts davon bezahlt. Die Brautleute sind deshalb am Freitag im Straflandesgericht rechtskräftig wegen schweren Betrugs zu jeweils drei Monaten bedingter Haft verurteilt worden.
Im Februar hatten der 31-jährige Mann und seine um drei Jahre jüngere Frau die Feierlichkeiten in Auftrag gegeben. Im Preis von 3.279,20 Euro waren eine Hochzeitstorte und die Hochzeitsnacht in der Junior Suite inkludiert. Dabei saß das Paar bereits zu diesem Zeitpunkt in finanzieller Hinsicht auf dem Trockenen: Als Fiaker verdiente der Mann mehr schlecht als recht, die fünf gemeinsamen Kinder hielten die Ehefrau auf Trab. Exekutionen von Versandhäusern, Versicherungen und Handy-Anbietern waren am Laufen.
"Wenn Sie nüchtern überlegt hätten, hätten Sie das nie in Auftrag geben dürfen", stellte nun Richter Christian Gneist fest. "Ich hab' geglaubt, wir haben das Geld bis August zusammengespart", sagte die 28-Jährige. Als das nicht gelang, sei es nicht möglich gewesen, sich mit dem Wirten zu einigen, behauptete sie.
Wirt hätte Ratenzahlung akzeptiert
In Wahrheit wäre dieser durchaus mit einer Raten-Vereinbarung einverstanden gewesen, hätte ihm das Ehepaar in Bezug auf die finanzielle Lage reinen Wein eingeschenkt. Schon während der Hochzeitsfeier hatten ihm Gäste "gesteckt", dass das Brautpaar kein Geld habe. Als in weiterer Folge tatsächlich nicht bezahlt wurde, recherchierte der Gastwirt im Umfeld des Paares und bekam bestätigt, dass die beiden praktisch pleite waren.
Die Situation dürfte sich seither verschärft haben. Der fünffache Familienvater ist mittlerweile arbeitslos. Die ihnen im Urteil auferlegte Schadensgutmachung dürfte sich damit vorerst nicht umsetzen lassen.