Aus heimischer Sicht brachte der Dienstag bei den "NÖ Open powered by EVN" eine kleine Sensation und zwei erhoffte Siege. Allerdings musste sich auch der eine oder andere Lokalmatador schon im Sechzehntelfinale aus dem Challenger Turnier verabschieden.
Für einen Auftakt ganz nach dem Geschmack der bereits am Vormittag zahlreichen Tennisfans am TC Tulln sorgte Sebastian Ofner. Österreichs Nummer 4 den Deutschen Qualifikanten Benjamin Hassan mit 6/3, 5/7 und 7/6 ein Kampfsieg. Seine Analyse: „In den Sätzen zwei und drei habe ich ein wenig den Faden verloren. In den langen Rallyes hätte ich öfter nachgehen müssen, zwischendurch hat mich gelegentlich der Aufschlag verlassen. Aber dafür war es läuferisch sehr ordentlich – und ein Auftaktsieg fühlt sich immer gut an.“ Nächster Gegner ist am Mittwoch mit Frankreichs Hugo Gaston ein zumindest vom Namen her größeres Kaliber. Der Franzose hatte den Wiener Qualifikanten Neil Oberleitner 7/6, 6/2 geschlagen.
Für die erste kleine Sensation der "NÖ Open powered by EVN" sorgte der 20-jährige Grazer Filip Misolic. Als Nummer 536 der Welt schlug der Rechtshänder die Nummer 1 des Turniers, den Italiener Marco Cecchinato. Der hatte 2018 Novak Djokovic geschlagen und war im Paris-Semifinale gestanden.
2021 in Tulln musste er sich Filip Misolic mit 6/7, 6/2 und 2/6 geschlagen geben. Letzterer bilanziert nach seinem bislang letzten Sieg erfrischend: „Es war unglaublich, wie viel Energie mir das Publikum gegeben hat, das bin ich noch gar nicht so gewohnt.“ Am Mittwoch bekam es Misolic mit Tschechiens gleichaltriger Hoffnung Jonas Forejtek zu tun und siegte erneut nach hartem Kampf mit 6:7, 6:3 und 6:2, steht damit bereits im Viertelfinale.
Den Tennis-Dienstag am TC Tulln beschloss Österreichs Nummer 2 Dennis Novak (ATP-Nr. 125) am Center Court gegen den weißrussischen Qualifikanten Uladzimir Ignatik (ATP-Nr. 377). Kurz vor 19.30 Uhr musste das Match beim Stand von 1/6, 6/4 2/2 aus Sicht von Jungvater Novak wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Bei der Fortsetzung am Mittwoch ließ Novak aber nichts anbrennen und machte den Sack im letzten Satz mit 6:2 schnell zu.
Wie auch Sebastian Ofner bestreitet Novak sein Achtelfinalspiel noch am Mittwochnachmittag.
Weiter im Rennen um den Titel bleibt der in Tulln an zwei gesetzte Jiri Vesely. Aber ATP-Nr. 90 hatte heftig zu kämpfen. Und zwar gegen den seit Montag 19-jährigen Radstädter Lukas Neumayer (ATP-Nr. 761), der den haushohen Favoriten mit spektakulären Konterschlägen und unbändigem Kampfgeist alles abverlangte und beim 5/7, 6/7 in beiden Durchgängen Satzbälle vorfand.
Der 31-jährige Gerald Melzer, der von einer langwierigen Knöchelverletzung zwischenzeitlich sogar aus den ersten 1000 des ATP-Rankings geworfen wurde, musste sich Felipe Meligeni vor vollen Rängen am Center Court mit 2/6, 6/3 und 5/7.