Bank reagierte blitzschnell

Dreifach gesichert: "Aber Kreditkarte wurde gehackt"

Die Kreditkarte von Alessandro F. ist per Dreifach-Authentifizierung geschützt. Trotzdem gelang es Betrügern, die Daten für Buchungen zu verwenden.

Wien Heute
Dreifach gesichert: "Aber Kreditkarte wurde gehackt"
Alessandro F. (56) wurde Opfer von Internet-Betrügern.
Getty Images/iStockphoto, zVg

Alessandro F. (56) kann es noch immer nicht glauben: "Obwohl meine Kreditkarte dreifach geschützt ist, konnten Betrüger die Daten knacken und missbräuchlich für Buchungen verwenden. Mich hat der Schlag getroffen", ist der Wiener im Gespräch mit "Heute" schockiert.

Tätigt der 56-Jährige einen Online-Einkauf mit seiner Kreditkarte, erhält er zuerst eine E-Mail mit einem Sicherheitscode. Wird dieser eingetippt, folgt ein sogenannter TAN-Code, den er ebenfalls eingeben muss. "Zuletzt öffnet sich ein Fenster, bei dem ich dann noch die Transaktion bestätigen muss", erklärt Alessandro F.

Der Algorithmus des Sicherheitsprogrammes der Bank hat erkannt, dass da etwas nicht stimmt und Alarm geschlagen
Alessandro F.
Betrugsopfer

Trotz dieser Dreifach-Authentifizierung gelang es findigen Betrüger – vielleicht mittels Unterstützung von Künstlicher Intelligenz – die Kreditkarte zu hacken: "In der Nacht von 15. auf 16. Dezember gab es mysteriöse Abbuchungen – 326,17 Euro für das McCarter Theatre in Princeton (USA) und 1.222,75 Euro für Eventim USA Ticketing New York. Inklusive Bearbeitungsgebühren handelt es sich insgesamt um 1.577,57 Euro", berichtet Alessandro F.

Doch der 58-Jährige hatte Glück im Unglück – seine Bank (BKS, Anm.) reagierte blitzschnell: "Der Algorithmus des Sicherheitsprogrammes hat erkannt, dass da etwas nicht stimmt und Alarm geschlagen. Mein Konto und meine Kreditkarte wurden daher sofort gesperrt", meint Alessandro F. Durch das rasche Eingreifen wurde Schlimmeres verhindert: "Meine Bankberaterin hat mir später mitgeteilt, dass Samstagnacht dann noch halbstündlich versucht wurde, Geld abzubuchen. Das ging von 10.000 Euro bis zu immer höheren Beträgen um die 100.000 Euro." 

Betrugsanzeigen mit Kanzler Karl Nehammer und ORF-Stars

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    HEUTE / Screenshot YouTube
    Ich wollte andere Personen warnen. Es fängt mit kleinen Beträgen an und geht dann in tausende Euro. Das kann wirklich Existenzen zerstören
    Alessandro F.
    ist übervorsichtig

    Gleich am darauf folgenden Montag wurde Alessandro F. von der Bank verständigt, dass bei ihm ein Betrugsfall vorliegt. In der Filiale musste der Wiener eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen, dass er die Abbuchungen nicht in Auftrag gegeben hatte. Zudem informierte der 58-Jährige die Cybercrime-Abteilung des Bundeskriminalamtes: "Ich bin ja leider kein Einzelfall und wollte daher andere Personen warnen. Es fängt mit kleinen Beträgen an und geht dann in tausende Euro. Das kann wirklich Existenzen zerstören", erklärt Alessandro F.

    Auch "Heute" fragte beim Bundeskriminalamt nach, demnach handelt es sich hier um eine bekannte Betrugsmasche: "Es wird von den Kollegen aufgrund der Beschreibung der Tat ausgegangen, dass Herr F. entweder Opfer eines Phishing-Angriffes wurde, bei welchem er seine Kreditkarten-Daten preisgab, oder aber die Kreditkarten-Daten im Rahmen eines Digital-Skimming-Angriffes von einer offiziellen E-Commerce-Webseite abgesaugt wurden", heißt es seitens der Pressestelle.

    Wiener schließt Phishing-Attacke aus

    Alessandro F. wiederum schließt eine Phishing-Attacke konsequent aus: "Ich bin generell übervorsichtig. Mails oder Nachrichten, die mir komisch vorkommen, lösche ich sofort. Ich habe definitiv keinen Link angeklickt. Zudem habe ich auf meinem Handy und meinem Computer Sicherheits-Programme, die ich immer update." 

    Wie genau die Kriminellen, die vermutlich im Ausland sitzen, an seine Kreditkarten-Daten gelangt sind, bleibt ihm ein Rätsel: "Aber die IT-Spezialisten arbeiten daran." Die Ermittler rieten dem Wiener zu einer Anzeige bei der Polizei, damit ein Ermittlungsverfahren gestartet werden kann: "Nach anfänglichem Zweifel habe ich das dann schließlich gemacht, damit die Ermittlungen vorangetrieben werden können." Zumindest finanziell hat Alessandro F. keinen Schaden: "Die Bank hat das abgebuchte Geld rücküberwiesen."

    red
    Akt.