Österreich

Dreijähriger starb bei Sturz aus 12. Stock

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:39

Ein dreijähriger Bub ist in Wien-Floridsdorf am frühen Dienstagabend bei einem Fenstersturz gestorben. Das Kind fiel vermutlich beim Spielen aus einem Fenster einer Wohnung im 12. Stock. Die herbeigerufenen Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen, hieß es bei der Polizei.

Der Unfall ereignete sich gegen 17.45 Uhr. Die Mutter, die zum Zeitpunkt des Unfalls in der Wohnung in der Jedlersdorfer Straße gewesen sein soll, wird in einem Krisenzentrum betreut. Sie konnte noch nicht zum Hergang befragt werden.

Laut Polizei stieg der Dreijährige beim Spielen auf ein Stockbett, das bei dem Fenster steht. Das Fenster selbst soll nur gekippt gewesen sein, das Kind fiel aber offenbar trotzdem durch den Spalt in den Innenhof der Wohnanlage. Vor dem Fenster hing ein Fliegengitter, durch das der 3-Jährige gestürzt war. Zumindest beim Eintreffen der Polizei war das Fenster in der Wohnung gekippt.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich die Mutter und der 6-jährige Bruder des Opfers in der Wohnung. Der Bub hat auch eine 14-jährige Schwester, die zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen sein soll.

Nachbarin schockiert

Auch bei der Nachbarin der Familie sitzt der Schock tief: "Ich habe die Bilder des am Boden liegenden Kindes immer noch im Kopf" so Kristine M. Sie hatte zuerst die Mutter beruhigt.

Unfall gibt Rätsel auf

Mysteriös: Der Kleine trug zum Zeitpunkt, als der Unfall passierte, einen Fahrradhelm auf dem Kopf. Warum, das ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Auch die Frage, wie ein Dreijähriger durch ein gekipptes Fenster kriechen und dann abstürzen kann, wird wohl Gegenstand der Ermittlungen sein.

Kuratorium warnt vor Sicherheitsmängeln

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit zählen Fensterstürze zu den schwersten Unfällen bei Kleinkindern. Das KFV appelliert an Eltern, in Haushalten mit Kindern Vorkehrungen zu treffen.

Rund 20 Fensterstürze ereignen sich jährlich in Österreich - zwei bis drei Kinder sterben dabei an den Folgen dieser Unfälle. Vor allem für die Kleinsten zwischen zwei und vier Jahren besteht ein erhöhtes Risiko, so das KFV. Schnelligkeit und Bewegungsfreiheit nehmen in diesem Alter rasant zu. Auch die Welt da draußen wird immer spannender und wird gerne durch die Fensterscheibe beobachtet. Kindlicher Entdeckungsdrang in Kombination mit geöffneten Fenstern und ungesicherten Balkons können aber innerhalb von Sekunden zur unkalkulierbaren Gefahrenquelle werden.

Lebensgefahr offenes Fenster

"Die Folgen sind schwerwiegend und reichen von Prellungen und Knochenbrüchen bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule", erklärt Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Forschung & Wissensmanagement im KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

KFV-Sicherheitstipps:

. Lassen Sie Kinder beim Lüften eines Raumes nie aus den Augen und nehmen sie es mit in einen Nebenraum!

. Statten Sie Fenster und Balkontüren mit versperrbaren Fenstersicherungen aus!

. Fenstersicherungen können einfach nachgerüstet werden!

. Stellen Sie keine Sessel, Tische etc. in der Nähe von Fenstern oder Balkontüren - Kinder nutzen Sie geschickt als "Kletterhilfen"!

. Vergessen Sie beim Fenster reinigen nicht darauf, Ihr Kind von offenen Fenstern fernzuhalten. Ein kleiner Moment reicht oft aus, dass ein Kind zum Fenster hinaufsteigt!

. Keine Anreize auf Fensterbretter oder Balkonbrüstungen ablegen!

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