Österreich

Finanzpolizei deckt Millionenbetrug in Linz auf

Heute Redaktion
13.09.2021, 18:24

Getarnt als eine Verpackungsfirma, soll ein Linzer Unternehmen Leiharbeiter vermietet haben. Dabei sollen Abgaben im großen Stil hinterzogen worden sein.

Es geht um insgesamt 117 Mitarbeiter. Sie waren zwar als geringfügig beschäftigt angemeldet, arbeiteten in Wirklichkeit aber Vollzeit für das Linzer Unternehmen.

Den Lohn für ihre Mehrarbeit bekamen sie schwarz ausbezahlt – ohne Steuern und Abgaben. Laut dem Finanzministerium sei der Gebietskrankenkasse ein Schaden von 450.000 Euro, und dem Finanzamt in Höhe von 270.000 Euro entstanden.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hätte noch einen weiteren Schaden von 200.000 Euro erlitten. Der Grund: 78 der angeblich geringfügig Beschäftigten erhoben auch noch Ansprüche auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung und bekamen diese Leistungen auch.

Rund 40 Beschäftigte ordnungsgemäß angemeldet



Laut Ermittlungen der Finanzpolizei hätten sie mit dem Einkommen aus der geringfügigen Beschäftigung, dem Schwarzgeld und den Sozialleistungen pro Person und Monat rund 2.000 Euro eingenommen. Das Finanzministerium spricht von einem Gesamtschaden in Höhe von 1 Million Euro.

Kurios: Rund 40 Beschäftigte soll die Firma ordnungsgemäß angemeldet haben. Jedoch nur, wenn die Dienstnehmer darauf bestanden und auch 300 Euro dafür bezahlten, so die Finanzpolizei.

Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) meinte in einer Aussendung, er sei beeindruckt von der hartnäckigen und genauen Arbeit der Linzer Finanzpolizei.

Übrigens: Der Chef der betroffenen Firma, eine 45-jähriger, gebürtiger Ägypter, ist den Ermittlern schon aus einem anderen, aber viel kleineren Betrugsfall bekannt. In diesem Fall sollen die Ermittlungen noch laufen.

(mip)

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