Dritter Raub mit 17: "Er ist einfach ein junger Trottel"

Urteile nach dem Donauzentrum-Raub: Insgesamt fassten die vier Angeklagten knapp 12 Jahre Haft aus. Nach seinem dritten Coup muss auch der 17-Jährige erstmals sitzen.
Es wäre kein Wunder, würde Aris A. morgen im Häf'n mit steifem Genick aufwachen. Heute Nachmittag starrte er nämlich stundenlang peinlich betreten auf den Boden, als Staatsanwalt und Richterin an Wiener „Landl" über seine Untaten referierten.

"Es war einfach nur dumm"

Konkret: Erster Raub mit 15; eine „Home Invasion", bei der das Opfer ins Koma geprügelt wurde mit 16 und nun, mit 17, ein Maschinenpistolen-Überfall auf einen Handyshop. „Er ist einfach ein junger Trottel", formulierte sein Anwalt erdig. Aris A. – er hatte das wortgewaltige Verteidiger-Duo Philipp Wolm und Werner Tomanek an der Seite – widerspricht nicht: „Es war einfach nur dumm, ja."

Als ein Bekannter (26) im Feburar eben jene „dumme Idee" zum Überfall hatte, ließen sich Aris A. und zwei Komplizen (17, 19) breitschlagen, mitzumachen.

CommentCreated with Sketch.37 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. "Hinter Gittern ist es nicht lustig"

Mit einer täuschend echt aussehenden Gas-Maschinenpistole stürmten sie in den Shop im Wiener Donauzenturm, zertrümmerten zwei Vitrinen und steckten sechs iPhones (Wert: 3.300 Euro) ein. Weil er seine Lehre fertig machen durfte, musste Aris A. – wie berichtet – bisher trotz zweier Vorstrafen keinen einzigen Tag ins Gefängnis. Seit er vor vier Monaten ausgeforscht wurde, sitzt er aber. Sein Fazit: „Hinter Gittern ist es nicht lustig.

Über zehn Jahre Haft für junge Räuber

Die Richterin will wissen: "Sagen'S mir bitte, wie das bei Ihnen weitergehen soll." Aris A.: "Ich hatte jetzt Zeit zum Nachdenken und werde versuchen mich zu ändern." d

Damit es diesmal nicht nur beim Versuch bleibt, bekommt er von Richterin Alexandra Skrdla vier weitere Jahre Zeit zum Nachdenken. Der Erstangeklagte (26), der sogar seinen eigenen Neffen (Urteil: 21 Monate Haft) muss sogar sechs Jahre ins Gefängnis. Jener 17-Jähriger, der dem Trio (widerwillig) die Gas-Maschinenpistole borgte und vor dem Handyshop Schmiere stand, fasste 30 Monate teilbedingt aus. Die Urteile sind allesamt noch nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung. (coi)

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