Schmerztherapie oder Drogenmissbrauch: Es ist ein schmaler Grat, auf den sich Ärzte immer wieder begeben. Das bekam Ulrike Weninger (60) am eigenen Leib zu spüren: Sie stellte einem drogenabhängigen Patienten Rezepte aus, da er Schmerzen in der Wirbelsäule hatte. Die Ärtzekammer belegt sie jetzt mit einem Berufsverbot.
Es war ein ganz gewöhnlicher Tag in der Ordination von Dr. Weninger in Mönichkirchen (Bezirk Neunkirchen), als plötzlich die e-Cards der Patienten nicht mehr funktionierten. Wie sie später erfahren hat, belegte die Ärztekammer die praktische Medizinerin - ohne Vorankündigung - mit einem Berufsverbot. Stein des Anstoßes sind eine Reihe von Rezepten, welche sie einem Patienten ausgestellt hatte. Nach einem Arbeitsunfall musste dieser mit Schmerzmitteln behandelt werden. Wie sich später herausstellte, war der Patient drogenabhängig und die Schmerzmittel nützte er als Heroin-Ersatz. Das ist ein Graubereich, in dem wir Mediziner immer wieder arbeiten müssen, erklärt die Ärztin. Für sie ist die Situation existenzbedrohend, nur mehr fünf Jahre fehlen ihr bis zur Pensionierung. Mit einer Petition will sie das Berufsverbot zu Fall bringen. Aber auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser äußerst heiklen Angelenheit.