Österreich

Drogenbericht: Mehr Anzeigen, mehr Tote

Die vermehrten Anzeigen seien laut Innenminister Sobotka auch die verschärften Kontrollen zurückzuführen.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:45

Über eine Tonne an Cannabisprodukten wurden im Jahr 2016 sichergestellt. Dazu rund 87 Kilo Kokain, 69 Kilo Heroin und 30.000 Stück Ecstasy.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) präsentierte am Donnerstag den Suchtmittelbericht, aus welchem hervorgeht, dass im vergangenen Jahr rund zehn Prozent mehr Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet wurden als im Jahr davor. Konkret bedeutet das, dass es sich im Jahr 2015 noch um 32.907 Tatverdächtige gehandelt hat. Diese Zahl stieg im Jahr 2016 auf 36.235 Personen, die wegen Suchtmitteln angezeigt wurden.

Wien ist Spitzenreiter

Besonders stark nahmen die Anzeigen bei der Personengruppe unter 18 Jahren zu. Im vergangenen Jahr wurden 5.226 Minderjährige angezeigt, im Jahr davor waren es noch 4.270 Anzeigen. Mit 88 Prozent ist der überwiegende Teil der Beschuldigten m

Was die Bundesländer betrifft, so ist Wien mit 12.390 Anzeigen der Spitzenreiter, wenn es um Drogenkriminalität geht. Auf dem zweiten Platz befindet sich Oberösterreich mit mit 6.060 angezeigten Personen. Den größten Anstieg konnte Salzburg verzeichnen. Bei 2.114 Anzeigen im Jahr 2016 waren das um 19 Prozent mehr als im Jahr davor.

Mehr Anzeigen, mehr Kontrollen



Der Innenminister führt dies vor allem auf die vermehrten Kontrollen zurück. Sein Ziel sei es, den Drogenhandel vollständig aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen.

Ausländer sind mit 51 Prozent bei Verbrechen gegen das Suchtmittelgesetz - also solche Delikte, die mit mehr als drei Jahren Haft bestraft werden - erstmals in der Mehrheit. Bei den Vergehen, deren Strafmaß darunter liegt, sind die Österreicher mit 67 Prozent in der Überzahl.

Bereits zu Beginn des Jahres veröffentlichte das Ministerium für Frauen und Gesundheit einen Bericht zur Drogensituation in Österreich. Daraus ging zusätzlich hervor, dass die Zahl der Drogentoten mit 153 erneut stieg, nachdem der Trend seit 2011 rückläufig war. (ds)

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen