Drogenlenker auf Straßen nehmen drastisch zu

Nach dem Suchtgiftkonsum greifen viele Personen zum Lenkrad
Nach dem Suchtgiftkonsum greifen viele Personen zum LenkradBild: iStock (Symbolbild)

Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) setzen sich immer mehr Menschen hinters Steuer, nachdem sie Suchtgiftmittel zu sich genommen haben.

Im Oktober 2017 hat das Ifes-Institut im Auftrag des Kuratoriums für Verkehrssicherheit über 1.000 Autofahrer im Alter zwischen 17 und 65 Jahren befragt, ob sie schon einmal ein Fahrzeug gelenkt haben, nachdem sie Suchtgiftmittel konsumiert haben. Das Ergebnis ist erschreckend.

Denn laut der Studie haben 177.000 Befragte oder sieben Prozent angegeben, nach dem Drogenkonsum schon einmal ein Fahrzeug gelenkt zu haben. Und das, obwohl sie sich nicht sicher waren, ob sie überhaupt noch verkehrstüchtig waren. Vier Prozent der Befragten haben das sogar in den vergangenen zwölf Monaten getan.

Männer unter 40 besonders betroffen

"Besonders verbreitet ist der Drogenkonsum und Drogen am Steuer bei Männern unter 40 Jahren", sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Neben Suchtgiftmitteln greifen viele Autofahrer dabei auch auf Alkohol zurück. Nach Ergebnissen der Studie gaben nämlich 15 Prozent der befragten Personen an, sich im Jahr 2016 hinters Steuer gesetzt zu haben, nachdem sie Alkohol getrunken hatten. Das sind knapp 722.000 Menschen. "Das sind etwa vier mal so viele wie unter Drogeneinfluss, somit kommen auf einen Drogenlenker vier Alkolenker", erklärt Thann.

Immer mehr Anzeigen wegen Alkohol und Drogen

Eine Statistik des Innenministeriums zeigt ein ähnliches Bild. So wurden im Vorjahr insgesamt 27.896 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer erstattet. Das sind um sechs Prozent mehr als im Jahr 2015. Dazu kamen knapp 1.500 angezeigte Drogenlenker. Auch hier hat es eine Zunahme um knapp 40 Prozent gegeben.

"Es fehlt das Bewusstsein, wie sich Drogen am Steuer auswirken können", so der Direktor des KFV. Denn unter Einfluss von Suchtgiftmitteln ist das Risiko, als Autofahrer schwer verletzt oder getötet zu werden bis zu zehn mal höher.

Forderung nach mehr Kontrollen

Nach dem Ergebnis der Studie stellt das Kuratorium für Verkehrssicherheit nun die Forderung den Druck auf die Drogenlenker durch Kontrollen zu erhöhen. Thann fordert generell "mehr Vortestgeräte und einen Pool an ausgebildeten Ärzten". (wil)

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