Feuerpause in Sicht? 

"Druck ist hoch": ORF-Star hat brisantes Gaza-Urteil

In den letzten Tagen wurden Gerüchte um eine Feuerpause in Gaza lauter. ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary weckte im Ö1-Morgenjournal neue Hoffnung.

Newsdesk Heute
"Druck ist hoch": ORF-Star hat brisantes Gaza-Urteil
Noch vor Beginn des Ramadan soll eine Waffenruhe im Gazastreifen vereinbart werden.
ANAS BABA / AFP / picturedesk.com

Seit Wochen verhandeln Israel und die islamistische Hamas unter Vermittlung der USA, Ägypten und Katar über eine Feuerpause im Gazastreifen. In Kairo fanden am Wochenende neue Gespräche statt, nach Angaben der US-Regierung befinde man sich auf der Zielgeraden. "Die Israelis haben den Elementen der Vereinbarung grundsätzlich zugestimmt. Jetzt liegt der Ball im Feld der Hamas", hieß es aus Washington.

Zähe Verhandlungen

Die tatsächliche Lage ist jedoch durchaus komplexer, wie ORF-Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary im Ö1-Morgenjournal am Montag schilderte. So gebe es einen Streit um den Geisel-Austausch zwischen Israel und der Hamas: Israel wolle, dass die von der EU als terroristisch eingestufte Vereinigung eine Liste mit noch lebenden Geiseln veröffentlicht. Diese wolle man aber erst präsentieren, wenn es einen Waffenstillstand gibt, erzählte El-Gawhary.

Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary berichtet u.a. für den ORF aus Kairo.
Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary berichtet u.a. für den ORF aus Kairo.
Thomas Ramstorfer / First Look / picturedesk.com

Immer wieder neue Forderungen

Man sei sich grundsätzlich darüber einig, eine sechswöchige Feuerpause vereinbaren zu wollen. Dabei würde die islamistische Hamas 40 israelische Geiseln freilassen, Israel hingegen 400 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen. Laut El-Gawhary seien aber noch mehrere Punkte ohne Einigung: Die Hamas würde neue Forderungen aufstellen, etwa eine Garantie, dass der Prozess der Geiselfreilassung in einer endgültigen Waffenruhe und einem Kriegsende endet. Israel habe jedoch mehrfach als Kriegsziel die Auslöschung der Hamas angekündigt.

USA erhöhen Druck

Ziel sei weiterhin, diese möglichst bis zum Beginn des Ramadan zu erreichen. Die den Muslimen besonders heilige Festperiode beginnt um den 10. März und setze beide Seiten unter Druck. Die Hamas wolle bis dahin einen Waffenstillstand vereinbaren und verlange täglich mindestens 500 LKW-Lieferungen mit Versorgungsmitteln. Das entspreche ungefähr dem Vorkriegsstand, sagte der ORF-Korrespondent. Israel laufe hingegen Gefahr, international und in der arabischen Welt ein schlechtes Bild zu erzeugen, falls im Ramadan weiterhin Kriegshandlungen im Gazastreifen stattfinden.

Die USA, die bekanntlich bedingungslose Unterstützung für Israel äußerten, haben nun selbst den Druck erhöht. Vizepräsidentin Kamala Harris sprach am Sonntag über eine "humanitäre Katastrophe" in Gaza und kritisierte Israel wegen "unzureichenden Hilfslieferungen". Die dortige Regierung müsse "mehr tun, um den Fluss von Hilfsgütern bedeutsam zu vergrößern", sagte sie.

"Die Wahrscheinlichkeit ist hoch..."

El-Gawhary fasste zusammen, dass es über den Rahmen des Deals eine Einigung gebe, jedoch würden beide Seiten unter Druck stehen und deshalb versuchen, mehr für sich herauszuholen. "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir am Ende einen Deal haben werden, bestenfalls vor Beginn des Ramadan", zeigte sich der Nahost-Korrespondent zuversichtlich.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir am Ende einen Deal haben werden.
ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary
über eine Waffenpause im Gazastreifen
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    HANDOUT / AFP / picturedesk.com

    Auf den Punkt gebracht

    • Die USA, Ägypten und Katar vermitteln zwischen Israel und der Hamas für eine mögliche Feuerpause im Gazastreifen
    • Es gibt Hoffnung auf eine Vereinbarung, aber auch zähe Verhandlungen aufgrund von Streitigkeiten über den Geisel-Austausch und zusätzlichen Forderungen von beiden Seiten
    • Der Druck, eine Einigung vor Beginn des Ramadan zu erzielen, ist hoch, während die USA Israel kritisieren und eine "humanitäre Katastrophe" in Gaza anprangern
    red
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