Die anhaltende Trockenheit sorgt in Österreich für große Probleme in der Landwirtschaft. Zahlreiche Bauern sind gezwungen, ihre Kühe und Rinder früher als geplant zum Schlachthof zu bringen, weil nicht genug Futter vorhanden ist. Die Schlachtbetriebe verzeichnen dadurch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Tieren.
Wie kurier.at berichtet, werden aktuell täglich etwa doppelt so viele Tiere angeliefert wie sonst. Das viele Fleisch lässt sich im Sommer nicht frisch verkaufen und muss daher eingefroren werden. Die Kühlhäuser sind jedoch bereits stark ausgelastet, teilweise sogar an der Kapazitätsgrenze.
Die Situation stellt die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen, auch weil viele Mitarbeiter derzeit auf Urlaub sind. Die betroffenen Unternehmen betonen ihr Verständnis für die schwierige Lage der Bauern, bitten aber darum, Notschlachtungen und Verkäufe besser mit den Schlachthöfen abzustimmen. Durch das Einfrieren des Fleisches entstehen zudem erhebliche Lager- und Energiekosten sowie ein Wertverlust der Ware.
Die Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit den Bundesländern an einem Dürre-Hilfspaket für die Landwirtschaft. Dabei stehen neben Liquiditätshilfen auch Schadenersatz und Mittel aus dem Katastrophenfonds zur Diskussion. Einen genauen Termin für die Vorstellung der Maßnahmen gibt es aber noch nicht.
Laut Agrarmarkt Austria liegt die Getreideernte heuer rund 19 Prozent unter dem Vorjahreswert und rund 14 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Besonders betroffen sind Mais, Erdäpfel, Soja, Zuckerrüben und Kürbis. In einzelnen Regionen kommt es bereits zu vorgezogenen Almabtrieben, Futter- und Wassermangel sowie weiteren Notschlachtungen.
Viele Bauern fordern eine stärkere finanzielle Unterstützung, etwa aus dem Katastrophenfonds. Agrarökonom Franz Sinabell vom WIFO warnt jedoch vor undifferenzierten Hilfen und spricht sich für gezielte Maßnahmen aus, damit versicherte Landwirte nicht benachteiligt werden. Auch eine Ausweitung der Futtermittelbörsen und Kreditstundungen hält er für sinnvoll. Das Jahr 2026 sei für einzelne Betriebe eine Katastrophe, für ganz Österreich aber nicht existenzbedrohend.
Die Trockenheit hat auch dazu geführt, dass das Thema Bewässerung sowie der Anbau hitzeresistenter Sorten in den kommenden Jahren wichtiger werden dürften. Die Vielfalt der angebauten Kulturen könnte sich dadurch ebenfalls verändern.