Die Pleitewelle rollt weiter durchs Land: Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist für eine größere Firma ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien eröffnet worden. Die Passiva betragen rund 5,1 Millionen Euro. Zu den Betroffenen zählen 69 Dienstnehmer und 164 Gläubiger, berichtet der KSV1870.
Es handelt sich dabei um die Pörner Anlagenbau GmbH aus Wien. Die Haupttätigkeitsfelder des Unternehmens sind die Bereiche Elektrotechnik und Sicherheitstechnik sowie erneuerbare Energien.
Hauptursache für die Beantragung des Insolvenzverfahrens ist laut KSV1870 Nichtzahlung von angefallenen Mehraufwendungen. Darüber hinaus soll es aufgrund der Nichtzahlung dieser Mehrkostenforderungen und der dadurch angespannten Liquiditätssituation auch zu Ineffizienzen bei der Projektabwicklung gekommen sein. Außerdem hat das schuldnerische Unternehmen mit den deutlichen Preissteigerungen bei Material- und Personalkosten ab dem Wirtschaftsjahr 2021/22 zu kämpfen.
Das Unternehmen soll während des Insolvenzverfahrens fortgeführt werden, die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen wurden teilweise bereits gesetzt. Weitere Maßnahmen sollen im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Abstimmung mit der Insolvenzverwalterin gesetzt werden.
Den Gläubigern wird im Sanierungsplan eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. "Die Mittel für die Erfüllung des Sanierungsplans sollen aus den Überschüssen der Unternehmensfortführung sowie durch einen Beitrag aus der Gesellschaftersphäre aufgebracht werden", so David Schlepnik vom KSV1870. Gläubiger können ihre Insolvenzforderungen bis spätestens 05.02.2023 zur Anmeldung bringen.