Dutzende Tote bei Anschlag in Kabul

Hier starben mindestens 24 Menschen.
Hier starben mindestens 24 Menschen.Bild: EPA
Mindestens 24 Menschen starben und 40 wurden bei einem Selbstmordattentat in der afghanischen Hauptstaft Kabul verletzt.

Die Taliban haben Montagfrüh einen Sprengstoffanschlag während der Stoßzeit auf einen Bus verübt. Laut Polizei befinden sich unter Dutzenden Toten hauptsächlich Mitarbeiter des Ministeriums für Bergwerke und Petroleum.

Die islamistische Miliz erklärte hingegen in einem Statement, dass der Bus Mitarbeiter des staatlichen Geheimdienstes transportiert hatte.

Das Attentat fand statt, nachdem eine große Demonstration der Hazara-Minderheit für Montag aus Sicherheitsbedenken abgesagt worden war. Ermittler nehmen an, dass der Anschlag ursprünglich den Teilnehmern der Demo gelten hätte sollen, die Taliban nach der Absage aber auf ein anderes Ziel umgeschwenkt haben.

Denn die Explosion fand nahe des Hauses von Mohammad Mohaqeq, einem bekannten Hazara-Politiker und Regierungsmitarbeiter, statt.

Neue Offensive

Die Taliban haben ihre terroristischen Aktivitäten in den letzten Wochen im ganzen Land erhöht. Vorige Woche wurden in nur zwei Tagen acht Bezirkshauptmannschaften angegriffen und nahmen zwei Bezirke ein. In der Provinz Ghor stürmten Terroristen ein Krankenhaus und ermordeten sechs Polizisten, die sich dort in Behandlung befanden.

Ebenfalls vergangene Woche töteten die Taliban mindestens 32 Polizisten und regierungsnahe Personen bei einem Angriff auf den Bezirk Tagab.

Besonders spektakulär war ein Anschlag am Donnerstag, als Terroristen drei gestohlene Militärfahrzeuge mit Sprengstoff beladen hatten und mit ihnen einen Sicherheitsposten im Bezirk Gereshk rammten. Laut Angaben der Taliban starb dabei Hafiz Khalid, der 23-jährige Sohn ihres obersten Führers Mawlawi Haibatullah Akhunzada.

USA verärgert

Im ersten Halbjahr 2017 starben laut UNO bereits 1.662 Zivilisten im Kampf mit den Taliban. Die afghanische Regierung beschuldigt dabei Pakistan, einer der Hauptunterstützer der Terroristen zu sein. Die USA haben daher am Samstag angekündigt, 50 Millionen US-Dollar an militärischen Hilfsgeldern für Pakistan zurück zuhalten. Bereits im Vorjahr zahlten die USA 300 Millionen US-Dollar, die dem Land zugesagt worden waren, deswegen nicht aus.

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