Kein Sesam aus Indien, keine Chiasamen oder Kürbiskerne aus China: Statt "exotischen" Körnern und Getreidesorten setzt man in der Wiener Bäckerei Felber auf heimische Produkte. Avocados, die im Anbau enorm viele rare Wasserressourcen benötigen und einen langen Transportweg zurücklegen, oder Thunfisch, der beim Fang tonnenweise Beifang bedrohter Tierarten verursacht, gibt es im Sortiment nicht.
Auch bei anderen Zutaten setzt man auf einen kleinen ökologischen Fußabdruck: Mohn kommt aus dem Waldviertel, die Milch aus dem Zillertal. Hinzu kommen Eier aus heimischer Freilandhaltung und Wurst/Schinken eines Fleischerei-Familienbetriebs, der sein Fleisch lokal bezieht.
Die Produktion ist seit Jahren CO2-neutral, das ausgestoßene CO2 wird durch Photovoltaik-Anlagen und andere Ausgleichsformen kompensiert. Eine Verdoppelung der Paneele ist geplant. Im Fuhrpark setzt das Unternehmen auf E-Mobilität, vier Ladestellen befinden sich direkt am Parkplatz. Auch Bienen sind bei Felber am Werk: Zahlreiche Bienenstöcke und ein Insektenhotel sorgen für das große Summen.
In der Zentrale in der Donaustadt wurde bereits vieles umgestellt, einiges ist noch in Planung. Im Zuge eines Pressetermins informierte Inhaberin Doris Felber über künftige Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Unternehmens im Zuge der Kampagne "Felber4Future": "Das ist kein Marketing-Gag oder der Versuch, das Gewissen reinzuwaschen! Wir haben bereits viel in nachhaltige Lösungen investiert und sind damit noch lange nicht fertig", so Felber. "Ja, wir sind ein Traditionsbetrieb, aber sich darauf auszuruhen, ist feige – und kurzsichtig. Tradition darf kein Grund sein, dass ein Unternehmen mit Verantwortung für die aktive Gestaltung der Zukunft, nichts tut. Tradition ist keine Entschuldigung."
Geplant sind unter anderem die gratis Verfügbarkeit von Kaffeesud als Bio-Kompost sowie die Einführung der "Aktion Rettungsbrot": Brot/Gebäck, das nicht verkauft wurde, wird zur Weiterverwendung weitergegeben. Die ersten Filialen wurden bereits mit einem Energie-Monitoring-System ausgestattet. Die Ergebnisse sollen helfen, zum Austausch der kompletten Beleuchtungssysteme weitere Energiesparmaßnahmen in den Filialen umzusetzen.