Nach Rapper-Eklat kriegt der Echo ein Facelift

Liedtexte mit Holocaust-Anspielungen und Gewaltaufrufen haben den Musikpreis erschüttert, jetzt zieht der Veranstalter Konsequenzen.

Mehr als zwei Tage hat's gedauert, am Sonntag erwachte der Veranstalter des wichtigsten deutschen Musikpreises Echo (Bundesverband Musikindustrie) endlich aus seiner Schockstarre und zog die Konsequenz aus dem (hausgemachten!) "Skandal" von Donnerstagnacht.

"Im Zuge der aktuellen Debatte (gemeint ist der kollektive Aufschrei über die Auszeichnung der Rapper Kollegah & Farid Bang, sie provozieren in ihren Songs mit Textzeilen wie 'Mache wieder mal nen Holocaust, komm an mit dem Molotov', Heute berichtete) mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt (...). Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben", heißt es in einem Interview mit der dpa.

Oder, mit anderen Worten: Auf den Eklat folgt nun eine komplette Überarbeitung des Musikpreises, einschließlich einer "umfassenden Analyse und der Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen". Die ausgelöste Welle der Betroffenheit "überhöht und überfordert den Preis" zugleich, so Vorstand Florian Drücke.

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