In eine äußerst unangenehme Situation hat sich ein 31-jähriger Polizeibeamter aus Wien gebracht.
Denn der Beamte der Landespolizeidirektion Wien soll mit seinem jüngeren Bruder (25) aus Spaß und Langeweile Fahrzeuglenker einfach angehalten und kontrolliert haben. Laut Anklageschrift verwendete der 31-Jährige dabei den zivilen Dienstwagen der Exekutive, teilweise auch unter der Verwendung von Blaulicht.
Eine Frau etwa wurde auf der Heiligenstädter Straße in Wien-Döbling aufgehalten: „Polizei, Fahrzeugkontrolle und Papiere bitte.“ Zwei weitere Opfer sollen in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) kontrolliert worden sein.
Dumm nur: Ein Opfer wurde in der Nähe einer Tankstelle angehalten. Fast die gesamte „Amtshandlung“ wurde dadurch per Überwachungskamera gefilmt. Im August des Vorjahres wurde der Beamte und sein Bruder (Anm.: kein Polizist) schließlich erwischt.
Laut Anklageschrift sollen die beiden Männer bei den insgesamt vier Kfz-Anhaltungen jedoch niemals Geld verlangt oder angenommen haben.
Dennoch drohen dem 31-Jährigen beim Prozess wegen Amtsmissbrauches am Landesgericht Korneuburg bis zu fünf Jahre Haft. Die Verhandlung findet im September statt. Für den von Anwalt Martin Riedl vertretenen Polizisten gilt die Unschuldsvermutung.