Edtstadler: Sechs Balkan-Staaten gehören bald zur EU

Karoline Edtstadler
Karoline Edtstadler(Bild: picturedesk.com)
Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) prognostiziert: "In rund zehn Jahren sollten wir einige weitere Mitgliedsstaaten haben".

Das sagte Edtstadler am Montag in einer Online-Diskussion mit der ungarischen Justizministerin Judit Varga im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach. Dabei soll es sich um die sechs Länder des Westbalkans handeln: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien und Nordmazedonien. Die EU-Mitgliedsstaaten würden dann "zusammenhalten" und "an einer immer engeren Union arbeiten", sagte Edtstadler.

Ihre rechtskonservative, ungarische Kollegin ist da etwas skeptischer. Sie wünscht sich "Kooperation starker Mitgliedsstaaten ohne doppelte Maßstäbe, politischen Druck und unnötige ideologische Debatten". Allerdings sei auch sie für ambitionierte Pläne mittels einer "intelligenten Integration". Eine Einteilung der EU in schnelle und langsame Staaten lehnen beide ab.

Konflikte am Balkan

Während einem Beitritt von Montenegro kaum mehr etwas im Weg steht (der Euro ist hier bereits gesetzliches Zahlungsmittel), ist die Situation in den anderen Ländern schwieriger. Nordmazedonien machte allerdings durch die Umbenennung des Staates einen großen Schritt in Richtung EU-Beitritt, da ein Veto seitens Griechenlands nun unwahrscheinlicher ist.

Anders ist die Situation bei den restlichen Nationen, auch wegen des Streitpunkts "Kosovo". die Republik ist EU-Beitrittskandidat, wird allerdings nur von 22 der 27 EU-Staaten überhaupt als Staat anerkannt. Serbien zählt Kosovo gar noch als zu Serbien gehörig, Albanien hingegen will eine Unabhängigkeit seiner Volksgruppe auf serbischem Gebiet natürlich um jeden Preis vorantreiben.

Bosnien hält sich bedeckt und erkennt den Staat ebenfalls nicht an. Das System des faktisch zweigeteilten Staates, bestehend aus der Republika Srpska, wo bosnische Serben ein unabhängiges politisches System haben und der eigentlichen Föderation Bosnien und Herzegowina, ist fast schon prädestiniert für wieder aufflammende Unabhängigkeitsbewegungen. 

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