Ehefrau erstickt, daneben schliefen die zwei Kinder

Bild: Sabine Hertel

Im Streit beim Frühstück ging es um Untreue, Scheidung und Geld. Minuten später rief Herbert Sch. (41) einen Freund an: "I hob mei Oide umbracht". Montag vor Gericht in Wien bestritt er die Mordabsicht.

Im Streit beim Frühstück ging es um Untreue, Scheidung und Geld. Minuten später rief Herbert Sch. (41) einen Freund an: "I hob mei Oide um’bracht". Montag vor Gericht in Wien bestritt er die Mordabsicht.

Alexandra (22) wollte raus. Raus aus ihrer Ehe mit dem arbeitslosen Steirer Herbert Sch. (41). Raus aus der 25-Quadratmeter- Wohnung in Wien-Penzing, in der das Paar mit zwei Kleinkindern hauste. Raus aus drückenden Schulden. Zwei Jahre davor hielt die gebürtige Serbin Herbert noch für ihr Glück.

Damals lernte sie am Wiener Hauptbahnhof den 19 Jahre älteren Mann kennen, der dort am Bau beschäftigt war. Herbert war kein Prinz aus der Provinz: Sonderschüler, Tischlerlehre ohne Abschluss, schon in erster Ehe rabiat, 113.000 Euro Schulden. Aber Liebe verengt den Blick. 2013 heiratete das Paar. Kurz darauf verlor Herbert seinen Job, sein Kredit wurde schlagend.

Folge: Nach Geburt der zweiten Tochter suchte Alexandra neues Glück und ging oft allein aus. Am 18. Dezember 2015 gab es deswegen beim Frühstück wieder Streit. Und laut Anklage (und Gutachten) hat Herbert Sch. danach seine Frau mit einem Polster erstickt, während die Kinder daneben schliefen.

Der Tischler beteuerte vor Richterin Sonja Weis: „Ich habe ihr nur den Mund zugehalten, damit sie nicht mehr keppelt. Töten wollte ich sie nicht.“ Für Anwältin Astrid Wagner ein Totschlag oder gar nur grob fahrlässige Tötung. Die Geschworenen aber erkannten auf Mord. Urteil 20 Jahre Haft (nicht rechtskräftig).

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