Vergangenen Dienstag wurde ein direkter Arbeitskollege eines Mostviertlers (Anm. die Familie will anonym bleiben) positiv auf Corona getestet. Der Mostviertler wurde sofort nach Hause geschickt, das selbe galt auch für seine Ehefrau. Damit begann das Chaos für die Familie.
"Wir haben uns dann auf eigene Faust schlau gemacht und haben bei sämtlichen Ärzten angerufen. Denn wir können doch ohne Bescheid oder Anordnung nicht von der Arbeit fernbleiben. Letztendlich sind wir bei unserem Hausarzt gelandet, der dann einen Schnelltest mit uns gemacht hat – dieser war negativ", erzählt die Frau.
Sicherheitshalber rief das Paar dann auch noch bei der Nummer 1450 an, um die Sache abzuhaken. Doch weil der Mann zuvor Kopfweh und Halsweh gehabt hatte, wurde laut Angaben der Frau trotz des negativen Schnelltests häusliche Quarantäne und der sofortige Besuch einer Teststraße verordnet.
Noch am Mittwoch fuhr der Mann nach Amstetten, legte einen Corona-Test ab. Nun hieß es, die Quarantäne abzusitzen. Allerdings wurde der Arbeitgeber des Betroffenen langsam unruhig, zumal es auch keinen Bescheid für die Quarantäne gab.
Am Freitag versuchte es dieser deshalb telefonisch bei der Bezirkhauptmannschaft Amstetten wegen dem Bescheid. "Wir sind komplett überlastet, wir geben unser bestes und arbeiten rund um die Uhr, wir bitten noch um Geduld", soll der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung gesagt hab. Am Sonntag kam dann die Mail mit dem negativen Test, der Bescheid für die Quarantäne stand weiter aus.
Am Dienstag dann der nächste Anruf bei der BH, allerdings mit überraschender Wende für das Paar: "Die kompetente Mitarbeiterin erklärte ihm sachlich, dass er nicht in Quarantäne sei, weil der Ansteckungszeitraum zu seinem Kollegen 48 Stunden zurückliegt", berichtet die Frau. Offenbar hatte es von der Hotline 1450 nie eine Meldung gegeben.
Bei 1450 allerdings konnte man dann offenbar auch nicht mehr weiterhelfen, ein Jurist muss sich um den Fall kümmern. "Es ist für uns sehr verständlich, dass die derzeitige Situation eine Ausnahmesituation ist und dass es für niemanden leicht ist. Dieses Verständnis hat aber niemand für meinen Mann, derjenige der seinen Arbeitgeber erklären muss, er ist eigentlich nicht in Quarantäne und war jetzt umsonst zuhause", ärgert sich das Paar.
Wie es nun weitergeht ist offen. Resturlaub und Überstunden hat der Mann nicht genügend offen, um die falsche Quarantäne zu kompensieren. "Unbezahlte Tage nehmen? Wie kommt er dazu, er hat nichts falsch gemacht, also liebe Behörde was nun?", will die Frau wissen.