Österreich

Ehestreit: Cobra stürmte falsche Wohnung

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:37

Auf der Suche nach einem rabiaten Ehemann hat die Polizei-Spezialeinheit Cobra in Klagenfurt irrtümlich die falsche Wohnungstüre aufgebrochen. Die kaputte Tür bekommt die vierköpfige Familie ersetzt.

Gegen 22.00 Uhr krachte am Mittwoch die Wohnungstür auf, in der Wohnung der erschrockenen Familie - Eltern und zwei minderjährige Kinder - standen plötzlich zehn Polizisten, darunter auch Beamte der Spezialeinheit Cobra. Die Beamten hätten sich sofort entschuldigt und den Irrtum aufgeklärt, sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio in Klagenfurt.

Falsche Skizze gezeichnet

Die Polizisten hatten nach einem 29-jährigen Mann gesucht, er wohnt gegenüber der vierköpfigen Familie. Der 29-Jährige soll am Abend in der gemeinsamen Wohnung seine 26-jährige Frau attackiert haben. Er schlug auf sie ein und würgte sie und drohte ihr auch, ihren gemeinsamen, dreieinhalb Jahre alten Sohn umzubringen, wenn sie Anzeige bei der Polizei erstatten sollte. Stundenlang wagte die Frau es nicht, die Wohnung zu verlassen. Nach über vier Stunden konnte sie sich schließlich unbemerkt aus der Wohnung schleichen und flüchtete zur nächstgelegenen Polizeistation.

Die Frau beschrieb der Polizei genau, wo sich ihre Wohnung befindet und zeichnete eine Skizze. Auch einen Wohnungsschlüssel bekamen die Polizisten von ihr. In der Aufregung hätte die Frau allerdings links und rechts verwechselt, sagt Dionisio.

Mit Sohn aus Wohnung geflüchtet

Die Beamten versuchten, die beschriebene Tür mit dem Schlüssel zu öffnen. Er passte zwar, ließ sich aber nicht drehen. Deswegen nahmen die Polizisten an, dass der Tatverdächtige in der Wohnung ist und sein Wohnungsschlüssel innen steckt. Also schlugen die Beamten die Türe ein und stürmten die Wohnung. An beiden Türen befinde sich außerdem kein Namenschild, sagt der Polizeisprecher.

Auch wenn die Beamten die richtige Wohnung gestürmt hätten, Vater und Kind wären nicht da gewesen. Als der Gatte das Verschwinden seiner Frau bemerkte, war er nämlich mit seinem kleinen Sohn zu seinem Bruder geflüchtet. Nach kurzen Ermittlungen war die Polizei auch hier zur Stelle. Die Schwägerin des Tatverdächtigen öffnete die Tür, sie hatte die Polizei offensichtlich bereits erwartet.

Der 29-Jährige und sein Sohn schliefen bereits. Nachdem ihn die Polizisten aufgeweckt hatten, ließ er sich widerstandslos festnehmen. Das Kind war unverletzt und wohlauf. Gegen den Tatverdächtigen wurde eine Wegweisung und ein Betretungsverbot ausgesprochen, außerdem wird er nach Abschluss der Ermittlungen wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung angezeigt.

Kaputte Tür wird bezahlt

Bei der Familie, deren Tür irrtümlich zerstört wurde, entschuldigte sich die Polizei am Donnerstag noch einmal. Den Schaden bekommt die Familie ersetzt. Erst vor einer Woche war es in Klagenfurt zu einem gewalttätigen Beziehungsstreit gekommen. Ein Rumäne brach mit einem Feuerlöscher eine Wohnungstüre auf, attackierte seine Freundin und überschüttete sie mit Dispersionsfarbe.

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