"Ehrenmord" – Vater enthauptet Tochter (14) im Schlaf

Romina Ashrafi (14) wurde von ihrem eigenen Vater auf brutale Weise getötet. Die schreckliche Bluttat hat Proteste im ganzen Land ausgelöst, weil die iranischen Gesetze für einen solchen "Ehrenmord" nur eine milde Strafe vorsehen.

Sie wollte mit ihrem Liebsten zusammenleben – dafür musste sie sterben. Romina Ashrafi war mit ihrem rund 15 bis 20 Jahre älteren Freund durchgebrannt, nachdem sich ihr Vater gegen eine Hochzeit des ungleichen Paares gestellt hatte. Allerdings wurde die 14-Jährige bald von der Polizei ausgeforscht. Obwohl Romina um ihr Leben fürchtete, wurde sie von der Exekutive zurück ins Haus ihrer Eltern in der Stadt Talesch am Kaspischen Meer gebracht. Am vergangenen Donnerstag soll es genau dort zu der schrecklichen Tat gekommen sein. 

Während das Mädchen schlief, soll sich ihr Vater in ihr Zimmer geschlichen und sie mit einer Sichel "enthauptet" haben. Romina war sofort tot. Danach soll der Mann, noch mit der blutigverschmierten Tatwaffe in der Hand, vor das Haus getreten sein und alles gestanden haben. So berichten es lokale Medien.

Die Tat "im Namen der Ehre" sorgte landesweit für Bestürzung. In den Sozialen Medien empören sich die Bürger der islamischen Republik. Der persische Hashtag #Romina_Ashrafi wurde schon mehr als 50.000 Mal auf Twitter verwendet – zumeist von Kritikern der archaischen Gesetze und patriachalischen Gesellschaft des Irans. Obwohl das durchschnittliche Heiratsalter von Frauen im Iran bei 23 Jahren liegt, ist beispielsweise eine Eheschließung rein gesetzlich schon ab 13 Jahren möglich. Es ist aber ein ganz anderer Umstand der aktuell den Zorn der Bürger erregt.

Nur milde Strafen für "Ehrenmorde"

Auf Mord steht im Iran eine lebenslängliche Haft oder sogar die Todesstrafe. Beides muss Rominas Vater aber nicht fürchten, denn unter der derzeitigen Gesetzeslage werden solche "Ehrenmorde" an engsten Verwandten weit weniger hart geahndet. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann nur eine "Diya" ("Blutgeld") genannte Ausgleichszahlung an die Familienmitglieder des Opfers sowie ein zwischen drei und zehn Jahre dauernder Gefängnisaufenthalt.

Frauenbeauftragte Massumeh Ebtekar (59) drückte via Twitter ihre Hoffnung aus, dass in Zukunft diese Gesetze reformiert und Täter härter bestraft würden. Sogar die konservative Justiz wolle den Fall in einem Sondergericht untersuchen.

Staatsmedien veränderten Foto der Toten

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA soll auch Präsident Hassan Rohani (71) in einer Kabinettssitzung am Mittwoch strengere Gesetze gefordert haben. Gleichzeitig sorgten die staatsnahen Medien für einen weiteren Aufschrei, weil sie ein Foto der 14-Jährigen vor dem Abdruck mit Photoshop "anstandsgemäß" nachbearbeitet hatten. So wurden Romina Ashrafis Kopftuch und die Jeans digital so verlängert, dass sämtliche Kopfhaare und auch die Knöchel von Stoff bedeckt waren. 

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