Mit ihrem Romandebüt "Der Geschmack von Apfelkernen" landete Katharina Hagena 2008 auf Anhieb einen Bestseller. Jetzt kommt die Geschichte über das Erinnern und Vergessen als Literaturverfilmung auf die österreichischen Leinwände.
Mit ihrem Romandebüt landete Katharina Hagena 2008 auf Anhieb einen Bestseller. Jetzt kommt die Geschichte über das Erinnern und Vergessen als Literaturverfilmung auf die österreichischen Leinwände.
Der Debut-Roman "Der Geschmack von Apfelkernen" von Katharina Hagena war ein Überraschungserfolg. Nun kommt die prominent besetzte Verfilmung in die heimischen Kinos. Wie so oft bei Literaturverfilmungen, ist im Film nicht mehr der gesamte Inhalt des Buches zu sehen. Das Ergebnis kann sich aber trotz allem sehen lassen.
Die Story
Nach dem Tod der Großmutter erbt Iris das alte Landhaus, in dem sie als Kind und Jugendliche immer die Ferienverbrachte. Sie bleibt ein paar Tage und lässt die lange verschütteten Erinnerungen zurück kommen: Erlebnisse, Erfahrungen, Entdeckungen. Erinnerungen an Sommerspiele mit ihren Freundinnen aber auch an den Tag, als ihre Cousine stirbt. Während Iris im idyllischen, verwilderten Garten sitzt, in alten Fotoalben blättert und alte Kleider überstreift, kommen vergessene Bilder. Iris denkt auch daran, das Erbe auszuschlagen. Doch dann taucht plötzlich Max auf, den sie als Kinder "Niete" nannten und der jetzt als Notar das Testament abwickelt.
Viel Gefühlsstoff
Über drei Generationen folgt "Der Geschmack von Apfelkernen" dem Leben verschiedener Frauen. Er erzählt von heimlicher Liebe, kindlicher Intrige, verdrängter Schuld, von einem rätselhaften Todesfall und von bitteren Geheimnissen - aber auch vom Vergessen, und von Neuanfängen. Das ist ganz schön viel Gefühlsstoff, und Regisseurin Vivian Naefe muss die vielen Ebenen des Buches zusammenbringen - in knapp zwei Stunden Kino nicht ganz einfach. Manchmal gelingt es ihr unaufdringlich und poetisch, manchmal ist der Film einfach zu voll, dann wirkt er etwas kitschig, überfrachtet und oberflächlich.
Männer seien gewarnt
Vor allem die Bilder könnten manchmal aus einem Romantik Katalog stammen. Es wird sehr viel Fahrrad gefahren und nackt gebadet, die Blümchenkleider passen zu den Blumen auf der Wiese. Aber was dabei verloren geht, fangen die souveränen Schauspielerinnen wieder auf. "Der Geschmack von Apfelkernen" ist eine zärtliche Familienchronik mit Hang zum Kitsch, das muss man mögen. Männer seien aber gewarnt: Dieser Film ist tatsächlich ein Frauenfilm. Nicht, dass sich hinterher jemand beklagt, er habe nicht gewusst, dass Apfelkerne im Gegensatz zu Äpfeln bitter schmecken.
Filmstart in den heimischen Kinos ist am 4. Oktober 2013