Ein Keil für Junge und Junggebliebene

Ende 1972 stellte Fiat den X 1/9 vor, der sich deutlich von der Konkurrenz unterschied: Er war keilförmig geformt und mit Mittelmotor ausgerüstet.

Von vorne sah er ein bisschen aus wie ein Lamborghini, der Fiat X 1/9. Zweisitzig, keilförmig, flach hatte ihn Bertone entworfen, während Marcello Gandini den Zeichenstift führte. Entstanden war der X 1/9 aus der Studie Autobianchi Runabout, die bereits 1969 in Turin präsentiert worden war. Im Gegensatz zur Studie war beim Serien-X 1/9 aber Alltagstauglichkeit oberstes Gebot, schließlich sollte der Mittelmotorsportwagen den beliebten Fiat 850 Spider ablösen.

Zwar nutzte der Fiat X 1/9 die Technik des Fiat 128, in der Konzeption erinnerhalbe allerdings nur wenig an die kleine Familienlimousine. Der Motor war samt Getriebe nach hinten gewandert, rundum wurden Einzelradaufhängungen montiert.

Zwei Kofferräume

Die selbsttragende Karosserie zeigte sich deutlich alltagstauglicher, als man es aufgrund der Mittelmotoranordnung und knapper Dimensionen hätte vermuten können. Zwei Kofferräume mit insgesamt fast 400 Liter Fassungsvermögen erlaubten die Unterbringung sogar größerer Gepäckstücke.

Zwei auch größere Personen fanden gut Platz im Innern, vermissten allerdings die eine oder andere Ablagefläche. Für wenig Geld erhielt man ein munteres und zuverlässiges kleines Auto mit sparsamem Verbrauch.

Facelift im Jahr 1978

Im November 1978 wurde ein umfangreich überarbeiteter X 1/9 angekündigt. Er hatte den 1,5-Liter-Motor des Ritmo mit 86 PS an Bord und wurde nun mit Fünfganggetriebe ausgerüstet. Auch von Außen war die modellgepflegte Version sofort zu erkennen. So orientierten sich die Stoßfänger nun an den bereits in den USA gebräuchlichen Varianten. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportwagen wirkte diese Adaption aber beim Fiat durchaus gefällig, ließ ihn sogar etwas bulliger aussehen.

Zwar war der Mittelmotor-Fiat etwas schwerer (935 kg) geworden, die Mehrleistung ließ ihn aber trotzdem nochmals an Dynamik zulegen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h schaffte der X 1/9 Five Speed nun in 11,1 Sekunden, als Spitze wurden 175 km/h notiert. Dabei blieb der Sportwagen sparsam. Bei konstant 100 km/h reichten 6,4 Liter Super pro 100 km, im Test verbrauchte er durchschnittlich 10,1 Liter pro 100 km.

Kompakt und agil

Wie kompakt der Fiat X 1/9 ist, merkt man, wenn man sich direkt davor stellt. Nur 3,97 Meter misst der Wagen in der Länge, 1,57 Meter in der Breite und 1,18 Meter in der Höhe, ein VW Polo ist deutlich ausladender. Der Umgang mit dem Fiat X 1/9 macht Spaß. In gerade einmal 20 Sekunden ist das Dach entfernt, für das sorgfältige Verstauen im vorderen Kofferraum muss allerdings noch einiges an Zusatzzeit eingeplant werden, zumal das Dach sperrig und kein Federgewicht ist.

Einmal Platz im offenen Fiat genommen, genießt man den freien Himmel und die durch die Fensteröffnung flexibel einstellbare Belüftung – vom kleinen Lüftchen, das die Kopfhaut bestreicht, bis zum Orkan.

Man sitzt sportlich, aber bequem im X 1/9. Mittelmotortypisch verhält sich der Wagen agil, die Lenkung geht leicht. Die fünf Gänge des "Five Speed" lassen sich exakt sortieren, das Motorgeräusch ist Fiat typisch luftig und melodiös. Beim Fahren bereitet der Sportwagen keine Probleme, er hält auch heute noch locker mit im Alltagsverkehr.

Bis 1989 wurde der X 1/9 gebaut, die letzten sieben Jahre unter alleiniger Bertone-Regie als Bertone X 1/9. Am Schluss waren rund 160.000 Wagen produziert worden.

Weitere Informationen, viele Bilder, Verkaufsprospekte und ein Tonmuster zum Fiat X 1/9 gibt es auf Zwischengas.com.

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