Ein neuer Killer lauert auch auf Ihren Hund

Bei Zeckenbisssen werden Hunde in ganz Österreich immer öfter mit eingeschleppten Peinigern infiziert. Die Folgen sind verheerend.

Der Golden Retriever "Artis" ist ein Herz auf vier Beinen: süß, sanft, verspielt. Den vierjährigen Rüden nicht zu mögen ist unmöglich. Aber ein Feind im eigenen Körper hätte ihn jetzt beinahe umgebracht.

Denn Anfang April wurde "Artis" durch einen Zeckenbiss mit heimtückischen Erregern infiziert: mit so genannten Babesien. Die Killer wüteten früher nur in heißen Südländern. Dann tauchten sie plötzlich auch in Ungarn auf. Und von dort haben sie wohl heimische Jäger mit ihren Vierbeinern eingeschleppt. Die Folgen sind verheerend (Menschen sind nicht gefährdet).

Urin braun wie Coca Cola

Die Attacke traf "Artis" wie ein Hammerschlag: Der fidele Hund mit dem Appetit eines Wolfs bog auf einmal vor der Futterschüssel ab, wirkte apathisch und bekam Fieber. Am selben Tag noch knickte er vor Schwäche mit den Hinterbeinen ein und sein Urin war braun wie Coca Cola.

Seine Besitzer brachten ihren schlappen Liebling zum Tierarzt und ahnten noch nicht, wie nahe er dem Ende war. Denn von der Diagnose "Babesiose" hatten sie noch nie gehört.

Rasche Behandlung rettet den Hund

Doz. Michael Lechnik von der VetMedUni Wien hat den neuen Peiniger aller Hunde studiert und erklärt: "Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Der Farbstoff wird über die Nieren ausgeschieden, deshalb der verfärbte Urin."

Die Infektion, auch "Hundemalaria" genannt, ist binnen weniger Tage tödlich. Das Zecken-Opfer stirbt an Anämie (Blutarmut), Nierenversagen oder Bluthochdruck. Aber Experte Leschnik hat auch eine gute Nachricht: "Bei rechtzeitiger Behandlung beträgt die Todesrate nur zehn Prozent."

17 Tage in der Tierklinik

"Artis" hat im April 17 Tage in der "Tierklinik Breitensee" verbracht. Das Top-Team dort kämpfte um das Leben des "Goldies" als hätte es ihn adoptiert: Infusionen rund um die Uhr mit einem Wirkstoff gegen die Babesien, mit Medikamenten für Niere und Blutdruck.

Täglich stundenlange Besuche seiner Besitzer halfen, dass sich der Vierbeiner nicht selbst aufgegeben hat.

Waffe gegen die blutsaugenden Parasiten

Am Wochenende durfte "Artis" heim. Die Babesien sind besiegt, die Nierenwerte wieder gut. Sein Schicksal (und die hohen Behandlungskosten) sind Warnung für alle Hundefreunde. Die Lektion: Es gibt zwar eine Impfung gegen Babesien, aber der Wirkstoff muss im Ausland bestellt werden. Was dauert, teuer ist und auch nur bedingt schützt. Denn Zecken übertragen im Speichel verschiedene Erreger.

Beste Waffe gegen die blutsaugenden Parasiten ist daher genereller Zeckenschutz. Als Tablette (wirkt drei Monate) oder als Lösung (wird in den Nacken geträufelt und verteilt sich dann über den ganzen Hund). Und nach jedem Ausflug ins Grüne sollte das Fell nach Zecken abgesucht werden. Sonst liefert der Mensch seinen besten Freund Todfeinden aus.

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