Wie geht es den Wienern in Zeiten des zweiten "harten" Lockdown und Massentests. Das hat nun das Meinungsforschungsinstitut Unique Research GmbH im Auftrag des Rathausklub der SPÖ Wien erhoben. Via Online-Umfrage wurden von 30. November bis 3. Dezember (also noch vor dem Start der Massentests in Wien) 804 Wienerinnen und Wiener befragt. Die Schwankungsbreite der Antworten liegt bei +/- 3,4 Prozent.
Dass sich die Teilnahme an den Corona-Massentests unter den Erwartungen halten wird, zeigt sich schon in der Umfrage. Demnach gaben nur 21 Prozent sich "sicher" impfen zu lassen, weitere 32 Prozent wollten sich "möglicherweise testen" lassen. Ein klares Nein gab es hingegen von 21 Prozent, ebenfalls 21 Prozent wollten sich "eher nicht testen" lassen.
Noch größer ist die Ablehnung bei den Corona-Schutzimpfungen. Von den Befragten sagte fast ein Viertel (24 Prozent), sie würden sich "sicher nicht impfen lassen, weitere 17 Prozent werden das "eher" sein lassen. Dennoch überwiegt der Anteil der Impf-Befürworter: 26 Prozent werden sicher mitmachen, weitere 27 Prozent eher.
Trotz Pandemie, Maskenpflicht und gerade überstandenem 2. "harten" Lockdown, blicken die Wiener offenbar größteils optimistisch in die Zukunft. Die Frage, ob sich Wien in die richtige Richtung entwickelt, beantworteten neun Prozent mit "eindeutig ja", 52 Prozent mit "eher ja". In der Gruppe der SPÖ sehen sogar 80 Prozent eine "eindeutig" oder "eher" gute Richtung. "Eher" oder "sicher" eine falsche Richtung sehen hingegen 32 Prozent, bei den SPÖ-Wählern 17 Prozent.
Die grundsätzliche positive Grundstimmung schlägt sich auch in der Zustimmung zu den politischen Parteien in Wien nieder. Wären am Sonntag Gemeinderatswahlen könnte die SPÖ ihr Ergebnis sogar auf (alle folgende Zahlen gerundet) 43 Prozent steigern (+1,4 Prozent). Auch der neue Koalitionspartner NEOS würde dabei besser liegen als am Wahlsonntag am 11. Oktober: sie erreichen in der Umfrage 10 Prozent (+2,6 Prozent). Eine leichte Erholung zeichnet sich bei der FPÖ ab: Von ihrem Wahlergebnis am 11. Oktober (7,1 Prozent) können sie nun auf 12 Prozent zulegen (+4,9 Prozent).
Ein leichtes Minus fahren hingegen die ÖVP Wien (- 1,4 Prozent auf 19 Prozent) und die Grünen ein: Die Ökos verlieren nach der Demontage ihrer Parteichefin Birgit Hebein im Vergleich zum Wahltag am 11. Oktober 2,8 Prozent und liegen nun bei 12 Prozent.
Während die Grünen schwächeln, schneidet Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sehr stark ab. Würde der Wiener Stadtchef direkt gewählt, so könnte er sich über 65 Prozent der Stimmen freuen. Weit abgeschlagen auf Platz 2 folgt ÖVP Wien-Chef und Finanzminister Gernot Blümel mit 13 Prozent, mit neun Prozent kommt FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp auf Platz 3.