Wirtschaft

Ein wahrer Goldrausch durch die niedrigen Zinsen

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:16

Nicht nur bei den Temperaturen, auch auf dem heimischen Goldmarkt geht es heiß her! Die Österreicher kaufen derzeit verstärkt Gold in Form von Barren und Philharmoniker-Münzen.

Während eines normalen Monats werden hierzulande rund 60.000 Unzen Gold (eine Unze entspricht 31,1 Gramm) verkauft. Doch angesichts der niedrigen Zinsen und der setzen immer mehr Österreicher auf die stabile Währung Gold.

"Im Juni haben wir 161.000 Unzen Gold, also 2,5 mal so viel verkauft!", berichtet Gerhard Starsich, Generaldirektor der Münze Österreich: "Und in den ersten Tagen des Juli waren es ebenfalls bereits über 68.000 verkaufte Unzen Gold. Geht das so weiter, kommen wir bis Ende des Monats auf 300.000 Unzen Gold!"

Auch in anderen Ländern wie in Deutschland oder den USA, aber auch in Griechenland ist ein derartiger Boom zu beobachten. Noch steigt der Preis – im Gegensatz zur Nachfrage – jedoch kaum (siehe auch Grafik und Kasten unten). Aktuell liegt der Kurs bei knapp über 1.020 Euro pro Unze. In Münzenform (Philharmoniker, Krügerrand oder Maple Leaf) kostet Gold 1.050 Euro.

Das ist ungefähr jener Preis, der gerade die Kosten der Gold-Förderung abdeckt. Übrigens: Goldbarren und Münzen können in Österreich bis zu einem Betrag von 15.000 Euro anonym gekauft werden. Und Gold in Form von Barren oder Münzen lässt sich zum jeweiligen Tageskurs leicht wieder verkaufen. Achtung: Goldschmuck ist keine Wertanlage!

Der Goldkurs ist allerdings derzeit nicht berauschend

Nach einem "Mini-Crash" am Montag ist der Goldpreis einer Unze in Euro zwar steil abgestürzt und liegt nun rund 120 Euro unter dem Höchststand Anfang des Jahres von über 1.150 Euro. Der heimische Nachfrage-Boom hat allerdings wenig Einfluss auf den Preis.

180.000 Tonnen Gold wurden gefördert, allerdings werden an den Finanzmärkten 550.000 Tonnen – über Goldzertifikate, Fonds etc. – gehandelt. Insgesamt ging es mit Gold seit Oktober 2012 (damals knapp unter 1.400 Euro) ständig bergab. Experten rechnen dennoch mit einem zukünftigen Anstieg.

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