Österreich

Eine Bluttat, von der keiner wusste

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:18

Was für ein trauriges Leben muss Jan H. geführt haben. Drei Monate vermisste kein Mensch den 34-Jährigen. Und hätte sein Kumpel Lukas D. (28) in Haft keine Lebensbeichte abgelegt, würde er auch heute noch niemandem abgehen.

Der beklemmende Hintergrund: Lukas D. und Jan H., zwei am Rande der Gesellschaft stehende Wandervögel, gerieten im Dezember 2014 blutig aneinander. Die Männer kauften zwei Flaschen Wein und zogen sich damit in einen schäbigen Erdkeller in Floridsdorf zurück. "Dort hat er meine Mutter beleidigt, mich 'Laufbursche' genannt und ein Messer gezückt", so Lukas D. am Montag am Wiener Landesgericht.

Er habe dann einen Stein genommen und so lange auf Jan H. eingeschlagen, bis der sich nicht mehr rührte – "in Notwehr". Die Anklage hat er sich selbst eingebrockt: Als er wegen Diebstahls im März festgenommen wurde, gestand er einer Psychologin auch die Bluttat. Urteil: sieben Jahre wegen Totschlags, nicht rechtskräftig.

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