Eine Gigatonne: Größter aller Eisberge steckt fest

Der Riss im Larsen-C-Schelfeis auf einem Archivbild vom vergangenen November.
Der Riss im Larsen-C-Schelfeis auf einem Archivbild vom vergangenen November.Bild: Reuters
Vor einem Monat hat sich einer der größten je beobachteten Eisberge lösgelöst. Doch seither ist er nur langsam vorangekommen.

Der vor einem Monat in der Westantarktis abgebrochene Eisberg A68 hat sich bisher kaum von der Stelle bewegt. Die Strömung habe noch keine Angriffsfläche am Giganten gefunden, um ihn mit sich fortzutreiben, erklärte eine Polar- und Meeresforscherin.

"Im Moment scheint er nicht richtig weg zu kommen", so Daniela Jansen, Glaziologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), der Nachrichtenagentur "dpa". A68 ist einer der größten Eisberge, die je beobachtet wurden. Er wiegt laut AWI mehr als eine Gigatonne und hat eine Fläche von 5.800 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Das Bundesland Salzburg hat eine Fläche von 7.156 Quadratkilometern.

Bewegung steht bevor

Der Eisberg wackle in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her, die durch seine Ablösung in der Zeit vom 10. bis 12. Juli entstanden war, sagte Jansen. Dabei habe sich der Koloss bereits ein bisschen gedreht, so dass sich der Spalt zur Schelfeiskante in Richtung Süden schon verbreitert habe. Schelfeis schwimmt auf dem Meer, wird von Gletschern gespeist und wächst immer weiter ins Meer, bis Teile abbrechen.

Eisschelf Larsen C

Gerechnet wird damit, dass es rund drei Jahre dauern wird, bis der Eisberg geschmolzen ist. Die Ausmaße betragen 175 Kilometern Länge und bis zu 50 Kilometer Breite, insgesamt rund 5.800 Quadratkilometer.

Die Wissenschaftlerin rechnet nun damit, dass sich an der Position des Eisbergs erst im antarktischen Sommer etwas ändern werde. Jetzt im Winter drücke zu viel Meereis gegen den Giganten. Im Sommer verziehe sich das zu Eis gefrorene Meerwasser vor der Küste.

(sep/sda)

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