Laut einer Studie wird weltweit eine von 15 Frauen im Laufe ihres Lebens zumindest einmal sexuell attackiert. In Westeuropa ist jede neune Frau betroffen. In manchen Teilen Afrikas wird fast jede fünfte Frau zum Opfer.
Die britische Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet" hat ausgewertet, wieviele Frauen über 15 von einer Person sexuell angegriffen werden, mit der sie keine intime Verbindung haben. Untersucht wurden bereits existierende Daten aus 56 Staaten von 1998 bis 2011.
"Sexuelle Gewalt ist weltweit eine häufige Erfahrung, die Frauen machen. In manchen Regionen ist das epidemisch mit einer Häufigkeit von bis zu 15 Prozent", erklärte Naeemah Abrahams vom südafrikanischen Medizin-Forschungsrat in Kapstadt.
Fast jede fünfte afrikanische Frau betroffen
Demnach wird in Teilen Afrikas fast jede fünfte Frau Opfer einer solchen Attacke. In der Demokratischen Republik Kongo sind es 21 Prozent, im südlichen Afrika (Namibia, Südafrika und Zimbabwe 17,4 Prozent), in Neuseeland und Australien 16,4 Prozent.
In den westeuropäischen Staaten liegt die Häufigkeit sexueller Angriffe auf Frauen (Spanien, Isle of Man, Schweden, Großbritannien, Dänemark, Finnland und Deutschland) bei 11,5 Prozent. In Osteuropa mit Litauen, der Ukraine und Aserbaidschan berichteten die Frauen zu 6,9 Prozent von solchen Attacken.
Bekanntwerden von Fällen kulturell bedingt
Die Daten sind allerdings laut den Autoren mit großer Vorsicht zu betrachten. Das gelte auch für die Unterschiede zwischen den einzelnen Weltregionen. Der Grund liegt in der hohen Dunkelziffer und in Stigmatisierung der Opfer. Die Zahlenangaben seien jedenfalls so hoch, dass man sie in Sachen Menschenrechte und öffentliche Gesundheit auf jeden Fall zum Anlass nehmen sollte, das Problem anzugehen.