Warme Zimmer im Winter, ein angenehmer Sommer und ein Haus, das keine komplizierte Bedienung verlangt: Genau das war das Ziel des Forschungsprojekts "Einfach Bauen" in Bad Aibling. Dort entstanden drei Wohnhäuser, bei denen nicht möglichst viele technische Systeme zusammenarbeiten sollen. Stattdessen wurden Wandaufbau, Fenster und Raumproportionen so aufeinander abgestimmt, dass die Gebäude bereits durch ihre Konstruktion günstige Voraussetzungen mitbringen.
Die Technische Universität München überprüfte das Konzept in den bewohnten Häusern mit Messungen zum Energieverbrauch und Raumklima. Untersucht wurden drei verschiedene Wandbauweisen: Massivholz, wärmedämmendes Mauerwerk und Leichtbeton. Das Ergebnis: Die gemessenen Energieverbräuche lagen unter den vorher berechneten Werten.
Das Betonhaus zeigt den Ansatz besonders deutlich, heißt es auf forschung-und-wissen.de. Seine Außenwände sind 50 Zentimeter dick und bestehen aus einem speziellen Ultraleichtbeton mit eingeschlossenen Tonkügelchen. Diese Konstruktion verbindet die tragende Funktion mit der Wärmedämmung. Die inneren Bauteile können zusätzlich Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben.
Auch im Sommer bewährt sich das Konzept: In einer Wohnung des Holzhauses blieb die Innentemperatur bei höchstens 25 Grad, während draußen zeitweise 30 Grad herrschten. Wichtig dafür ist das richtige Lüften - besonders morgens und abends, wenn kühle Außenluft zur Verfügung steht. Bleiben auch die Nächte warm, kann die Speichermasse den Wärmeeintrag allerdings nicht unbegrenzt ausgleichen.
Weniger Haustechnik bedeutet dabei nicht, dass ein Gebäude ohne Heizung auskommt. Das Betonhaus besitzt Heizkörper und wird über ein Nahwärmenetz versorgt. Für die Planer ergibt sich eine wichtige Unterscheidung: Manche Funktionen können Wandaufbau und Raumgeometrie übernehmen, andere benötigen weiterhin ein technisches System.
Die Forschung geht weiter: Ein 2025 fertiggestelltes Gebäude in Bad Aibling kombiniert vorgefertigte Holzwände mit Innenwänden aus recyceltem Ziegelbruch. Das dreigeschossige Haus enthält sechs Wohnungen und soll zeigen, wie sich der Materialeinsatz weiter anpassen lässt.