Österreich

Eingestürztes Haus in Tirol wird abgerissen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:23

Am Dienstag ist in den frühen Morgenstunden ein Mehrfamilienhaus im Osttiroler Iselsberg-Stronach (Bezirk Lienz) wegen den starken Regenfällen der letzten Tagen eingestürzt. Die Bewohner wurden rechtzeitig evakuiert. Das Haus wird bereits abgerissen. Auch in anderen Teilen Tirols gibt es schwere Schäden.

Am Dienstag ist in den frühen Morgenstunden ein Mehrfamilienhaus im Osttiroler Iselsberg-Stronach (Bezirk Lienz) wegen den starken Regenfällen der letzten Tagen eingestürzt. Die Bewohner wurden rechtzeitig evakuiert. Das Haus wird bereits abgerissen. Auch in anderen Teilen Tirols gibt es schwere Schäden.



+++ Aufräumen nach Jahrhundert-Hochwasser +++


Gegen 3 Uhr früh krachte ein Teil der Mauer des Hauses zusammen, Möbel flogen durch die Gegend. Damit nicht das gesamte Haus einstürzt, wird es nun abgerissen. Wie man auf dem Bild gut (unten links) erkennen kann, war der Druck, der auf das Mehrfamilienhaus wirkte, enorm. Auch die Säulen der Autoabstellplätze standen bereits ordentlich schief.

Ein großer Felsbrocken hat sich nach Regenfällen am Hang hinter dem Haus gelöst und drückte gegen das Gemäuer. Die letzten Messungen ergaben aber, dass der Fels aufhörte, sich zu bewegen. Weiterhin wird die Lage aber als sehr ernst eingestuft. Deshalb wird das Haus nun  abgerissen.

Bereits am Montag wurden alle Bewohner des Hauses - darunter vier Familien, zwei mit Kindern - evakuiert. Sie sind derzeit in Notquartieren untergebracht. Vorsorglich wurde auch die Bundesstraße unterhalb dem erst zwei Jahre alten Mehrfamilienhaus gesperrt.

Schwere Schäden in Tirol

Die Niederschläge hatten in mehreren Teilen Tirols schwere Schäden angerichtet. Landesgeologe Gunther Heißel verwies auf die wassergesättigten Böden und sprach nach mehreren Lokalaugenscheinen von einer "zugespitzten Situation". Erst große Kälte und ein Gefrieren des Bodens könnten zu einer Entschärfung führen.

Die Landesgeologen waren am Dienstag in den betroffenen Gebieten unterwegs. Mit weiteren Hangrutschungen, "Hangexplosionen" und Felsabbrüchen sei zu rechnen, hieß es.

In Iselsberg bestand für mehrere Häuser erhöhte Gefahr. Bergseitig gelegene Grundstücksflächen durften nicht betreten werden.

Auch für den Bereich der Felsabbrüche südlich von Hopfgarten in Defereggen (Osttirol) gebe es laut Heißel vorerst keine Entwarnung. Ein Erkundungsflug durch einen Landesgeologen habe vielmehr eine Vergrößerung weit durchgreifender Risse im steilen Felsgelände erkennen lassen. Der Hang bleibe daher unter Beobachtung.

Nach einem Lokalaugenschein mittels Hubschrauber wurde für den Bereich der Kaunertalstraße bei Feichten im Bezirk Landeck Entwarnung geben. Der im Raum Ried im Oberinntal (Bezirk Landeck) in Bewegung geratene Hang werde hingegen weiterhin als "kritisch" eingestuft und bleibe daher unter Beobachtung.

In Vent im Ötztal (Bezirk Imst) musste die Straße nach Zwieselstein in der Nacht zum Dienstag nach Felsabbrüchen total gesperrt werden. Rund 200 Kubikmeter Felsen seien auf die Straße gestürzt. Die Aufräumarbeiten sollen frühestens am Dienstag abgeschlossen werden können.

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