Einziges Autokino bleibt weiterhin geschlossen

Autokino-Betreiber Markus Cepuder und Hannes Schwarzecker (v.l.)
Autokino-Betreiber Markus Cepuder und Hannes Schwarzecker (v.l.)Bild: privat

Völlig überraschend bleibt das einzige Autokino Österreichs in Groß-Enzersdorf (NÖ) weiterhin geschlossen. Der Gesundheitsminister verbietet den Betrieb.

Finster bleibt es im Autokino Groß-Enzersdorf (NÖ), vor den Toren Wiens: Die aktuelle Verordnung des Gesundheitsministers wegen Corona sorgt dafür, dass die 525 Quadratmeter große Leinwand noch weiter auf ihren Einsatz warten muss.

"Die Unterstützung unserer Fans ist großartig, bisher konnten wir über Crowdfunding 12.000 Euro für die Sanierung des Autokinos und der Leinwand sammeln", zeigen sich die beiden Veranstalter Hannes Schwarzecker und Markus Cepuder überwältigt von der Unterstützung.

Dennoch: Der in Aussicht gestellte Termin mit 1. Mai wackelt gehörig. Grund: die Verordnung des Gesundheitsministers verbietet auch weiterhin die Öffnung von Freizeiteinrichtungen. Und dazu zählen auch Kinos, egal ob Autokino oder herkömmliche. Die fast schon eigenartige Begründung: Der Kundenbereich des Autokinos sei der Parkplatz und diesen würden die Gäste mit ihren Autos „betreten". Und dass, obwohl jeder Gast in seinem Auto sitzen bleibt und damit die soziale Distanzierung fixer Bestandteil des Autokino-Konzepts ist.



„Willkürlich und völlig unverständlich"



„Hier zeigt sich wie willkürlich entschieden wurde, wer aufsperren darf und wer nicht. Die Regierung riskiert mit solchen Aktionen das bisher große Verständnis für die harten Maßnahmen. Wo bleibt der vielzitierte Hausverstand?" kritisiert Anwalt Gottfried Forsthuber, der das Autokino vertritt. Auch andere Branchen seien „hart getroffen", obwohl die Regierung versprach rasch zu helfen. „Jetzt wäre eine gute Gelegenheit dieses Versprechen einzulösen.", so Forsthuber, der eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof und Amtshaftungsklagen vorbereitet. Ob diese eingebracht werden, hänge von der Entwicklung der nächsten Tage ab.



Exportschlager Autokino



In anderen Ländern, in denen ähnlich entschlossen gegen das Corona-Virus vorgegangen wird, dürfen Autokinos auch weiterhin die Menschen unterhalten. "Wir können in dieser aktuell schwierigen Phase ein kleines Stück Normalität schaffen. In Deutschland und Südkorea funktioniert das sehr gut.", sind die beiden Kino-Chefs Schwarzecker und Cepuder überzeugt.





Kino, Sport, Kabarett, Online-Petition



Neben Filmen bietet das Autokino vielfältige Möglichkeiten. „Wir haben zig Anfragen von Bands, Künstlern und sogar von einem Top-Bundesliga-Fußballclub erhalten. Es wollen so viele den Menschen sichere Unterhaltung bieten. Wir könnten den Rahmen bieten. Warum lässt man uns nicht?" fragen sich die Veranstalter, die jetzt auch die Community aktivieren wollen: „Wir starten jetzt eine Online-Petition. Jeder der meint, dass unser sicheres Kino bald aufsperren darf, soll bitte eine Nachricht per Mail oder Facebook an den Gesundheitsminister schreiben. Kämpfen wir gemeinsam für unsere Recht auf sichere Unterhaltung!"

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