Wirtschaft

Eisenbahner zurück am Verhandlungstisch

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:08

Während die Arbeitnehmer in der Bahnbranche bereits Betriebsversammlungen wegen stockender KV-Gespräche gegen Ende Juli planen, sehen sich die Arbeitgeber als "falscher Adressat für einen Stopp der kalten Progression oder eine Verringerung der Lohnsteuer", die diese fordern würden. Das geht aus einem Schreiben des Fachverbandes Schienenbahnen an die Gewerkschaft vida hervor. Trotzdem wird weiterverhandelt!

Während die Arbeitnehmer in der Bahnbranche bereits Betriebsversammlungen wegen stockender KV-Gespräche gegen Ende Juli planen, sehen sich die Arbeitgeber als "falscher Adressat für einen Stopp der kalten Progression oder eine Verringerung der Lohnsteuer", die diese fordern würden. Das geht aus einem Schreiben des Fachverbandes Schienenbahnen an die Gewerkschaft vida hervor. Trotzdem wird weiterverhandelt!

"Der Fachverband Schienenbahnen und die Sozialpartnerschaft können die Gehälter in der Branche erhöhen, nicht aber die österreichische Steuerquote senken", schreiben Fachverbandsobmann Thomas Scheiber und Fachverbandgeschäftsführer Robert Woppel an die Gewerkschaft und alle ihre Mitgliedsunternehmen. Sie bieten den Gewerkschaftern einen neuen Verhandlungstermin am 16. Juli in der Wirtschaftskammer in Wien-Wieden für die in der Vorwoche abgebrochenen Lohnverhandlungen an.

Arbeitnehmer fordern Plus von 2,8 Prozent

Die Arbeitnehmer wollen eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent nach ursprünglich geforderten 3 Prozent. Die Arbeitgeber sprechen davon, dass 3 Prozent netto bis zu 6 Prozent brutto seien und dies daher "von den Eisenbahn-Unternehmen nicht finanzierbar". Die Arbeitgeber bieten hingegen die "Abgeltung des VPI auf Basis der Prognose 2014 in der Höhe von 1,8 Prozent".

Dazu könne es einen Reallohnzuwachs um 0,4 Prozent brutto für alle geben, beispielsweise könne durch einen Sockelbetrag von 40 Euro niedrigere und mittlere Einkommen stärker angehoben werden. "Das entspricht einer Erhöhung der Gehälter um bis zu 2,8 Prozent." Vorstellbar sei es auch, die Gehaltserhöhung sozial zu staffeln, auch Einmalzahlungen seien möglich.

Neue Verhandlungen Mitte Juli

"Die Einladung der Wirtschaftskammer zum Verhandlungstermin am 16. Juli nehmen wir gerne an", ließ Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, Dienstagnachmittag wissen. Man begrüße den Schritt der Arbeitgeberseite, der gewerkschaftlichen Aufforderung zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu folgen. "Nur so viel: Bezüglich der von uns geforderten Nettoreallohnerhöhung in der Höhe von 3 bzw. 2,8 Prozent orten wir beim Verhandlungspartner noch zu wenig Bewegung."

Schließlich gebe es Wachstum bei den Bahnen. Das zeige auch der erst heute präsentierte Jahresbericht 2013 der Regulierungsbehörde Schienen-Control, so der Gewerkschafter. Daher laufen auch Infoveranstaltungen der Gewerkschaft weiter wie auch "die Vorbereitung von österreichweiten Betriebsversammlungen in allen Eisenbahnunternehmen". Die ersten Betriebsversammlungen sind für 21. Juli in Salzburg beschlossen, erinnerte Hebenstreit.

40 Eisenbahnunternehmen haben ihren Sitz in Österreich. Die bekanntesten sind die ÖBB, die mehrheitlich private Westbahn oder im Wiener Raum auch die Wiener Lokalbahnen AG (Badner Bahn).

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