Österreich

Eisenstangen-Opfer bleibt auf einem Auge blind

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:46

Ein äußerst brutaler Serienräuber, der im Frühjahr in Wien-Favoriten Angst und Schrecken verbreitete, steht am Dienstag vor Gericht. Marius C. hatte mehrere Frauen überfallen und mit einer Eisenstange sowie einem Schlagring krankenhausreif geschlagen. Eines seiner Opfer schwebte in Lebensgefahr. Die Anklage lautet neben Raub auch auf fünffachen versuchten Mord.

Ein äußerst brutaler Serienräuber, der , steht seit Dienstag vor Gericht. Marius C. hatte mehrere Frauen überfallen und mit einer Eisenstange sowie einem Schlagring krankenhausreif geschlagen. Eines seiner Opfer schwebte in Lebensgefahr, ein Opfer wird auf einem Auge für immer blind bleiben. Die Anklage lautet neben Raub auch auf fünffachen versuchten Mord.

Nicht nur im 10. Wiener Gemeindebezirk, sondern auch in den umliegenden Bezirken sorgte der aus Rumänien stammende Serienräuber im Frühjahr für Angst und Schrecken. Immer nachts und an den Wochenenden begab er sich auf seine gewalttätigen Streifzüge. Insgesamt sieben Frauen hat er überfallen, fünf davon mit äußerster Brutalität zusammengeschlagen und ihnen dann die Handtaschen geraubt.

Die Anklage lautet auf Raub und fünffachen versuchten Mord. Da er unter anderem eine schwere Eisenstange als Tatwaffe benutzte und ohne Hemmung zuschlug, habe er den Tod seiner Opfer in Kauf genommen, so die Begründung der Staatsanwaltschaft.

Attackierte vor allem junge Frauen

Seine Opfer waren vor allem junge Frauen, sie erlitten bei den Attacken schwere Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Eine Frau schwebte nach der Attacke in Lebensgefahr und lebt seitdem mit schweren Dauerfolgen.

Im Falle einer Verurteilung im Sinne der Anklage droht dem Beschuldigten zehn bis 20 Jahre Haft oder lebenslänglich. Marius C. bekannte sich zu den ihm angelasteten Raubdelikten schuldig, den fünffachen Mordversuch streitet er aber ab.

Opfer erzählte Horror-Erlebnis

Das zweite Opfer wird auf ihrem linken Auge nie wieder sehen können. Mehrere Operationen an Kiefer, Zähnen und Auge hat die Architekturstudentin über sich ergehen lassen müssen. Wochenlang konnte sie aufgrund des Kieferbruchs nur breiige Kost zu sich nehmen. Nach einer Augenoperation musste sie eine Woche lang mit dem Gesicht nach unten schlafen. "Ich hatte starke Kopfweh und Schmerzen", sagte die Frau. J

Jeden Morgen war ihr Gesicht stark angeschwollen. "Es war anfangs keine leichte Zeit", so die Zeugin mit gebrochener Stimme. Zunächst war nicht klar, ob sie ihr eigenes Auge behalten oder ob sie ein Glasauge bekommen würde. "Das hat mich sehr belastet." Durch die Operationen konnte das Auge, jedoch nicht das Augenlicht gerettet werden. Die 24-Jährige wollte ausdrücklich in Anwesenheit des Angeklagten Marius C. aussagen.

Nach Attacke nach Hause geschleppt

Am 23. März hatte die Frau den Nachtautobus versäumt und war zu Fuß in Wien-Favoriten unterwegs. Bei der "Spinnerin am Kreuz", einer gotischen Säule im 10. Gemeindebezirk, hörte sie plötzlich drei schnelle Schritte. "Ich erinnere mich nur noch, dass das Ganze sehr wild war." Laut Anklageschrift schlug ihr Marius C. "mehrmals mit voller Wucht mit der Eisenstange gegen die linke Gesichtshälfte".

Die 24-Jährige wurde daraufhin ohnmächtig. Als sie wieder erwachte, waren ihre Brille und der Inhalt ihrer Tasche verschwunden. Erst da realisierte die Studentin, dass sie überfallen wurde. Die Frau schleppte sich noch nach Hause, wo ihre Schwester ärztliche Hilfe rief. An einem Paar schwarzer Sneakers von C. wurden später latente Blutspuren des Raubopfers gefunden.

Der Prozess ist über mehrer Tage anberaumt, Freitag soll es ein Urteil geben.

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