Ungewisse Zeiten für den Nahverkehr: Landesrat Johann Heuras (VP) klingt einen Tag vor seinem Termin bei Ministerin Doris Bures nicht gerade hoffnungsvoll: Das Licht am Ende des Tunnels wird kleiner. Während die ÖBB vom Land mehr Geld fordern, droht Niederösterreich damit, die Zahlungen überhaupt einzustellen.
17 Millionen Euro zahlt das Land jährlich an die ÖBB für Zusatzleistungen an Bahnpendler. Zu wenig, sagt Ministerin Doris Bures und droht Strecken einzusparen. Das Land will aber keinen Cent mehr in ein System stecken, dessen Qualität zu wünschen übrig lässt (Heuras).
Bisherige Verhandlungen scheiterten, ein neuer Anlauf erfolgt heute. Ich bin in Sorge, ob es zu einem vernünftigen Gesamtergebnis kommt, stapelt Landesrat Heuras bewusst tief. Er sieht nicht ein, dass die ÖBB jährlich 188 Millionen Euro für Freifahrten der Mitarbeiter ausgeben, aber Geld für Investitionen in Nebenbahnen fehlt.
Heuras will nun hoch pokern: Das Entgegenkommen von Bures ist sehr begrenzt. Wenn es keine Qualitätsverbesserungen für die Pendler gibt, halten wir die 17 Millionen Euro zurück.
Die Reaktion von Bures: Leistungen zum Nulltarif werde es nicht geben. Die Verantwortung, wie viele Züge auf welchen Strecken fahren, läge klar bei Niederösterreich. Dazu SP-Verkehrssprecher Gerhard Razborcan: Heuras Drohungen werden das Gesprächsklima nicht verbessern.
Einzige gute Nachricht: Das vor zehn Jahren begonnene Projekt der Güterzugumfahrung St. Pölten wird weiter gebaut, gestern erfolgte der Spatenstich.Elisabeth Czastka