Eitan (5) weiß noch nichts vom Tod seiner Eltern

Eitan (6) verlor seine komplette Familie bei dem Seilbahn-Unglück.
Eitan (6) verlor seine komplette Familie bei dem Seilbahn-Unglück.Getty Images, privat
Der Zustand des bei dem Gondel-Absturz schwer verletzten Eitan bessert sich weiter. Doch vom Tod seiner Eltern weiß der Kleine noch nicht.

Der Gesundheitszustand des kleinen Eitan im Kinderspital Regina Margherita von Turin bessert sich von Tag zu Tag. Der Fünfjährige liegt seit einer Woche auf der Intensivstation, nachdem er als Einziger das Seilbahnunglück von Stresa in Norditalien überlebt hat. Der Bub verlor seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern.

Wegen seiner Brust- und Bauchverletzungen wurde Eitan bis anhin durch eine Sonde ernährt. Wie italienische Medien am Sonntag berichten, habe Eitan erstmals leichte Nahrung zu sich genommen. Der Bub bleibt aber vorerst auf der Intensivstation, gaben die Ärzte bekannt. Insofern es in den nächsten Tagen keine Komplikationen gibt, könne er auf ein Zimmer verlegt werden.

Familie in Israel will Betreiber der Seilbahn verklagen

Eitan wird von seiner Tante Aya begleitet. Auch seine Großmutter, die vor wenigen Tagen aus Israel angereist war, ist bei ihm. Gali Peleg, die Schwester von Eitans verstorbener Mutter, wird in den kommenden Tagen erwartet. Nicht nur, um bei ihrem Neffen zu sein. Wie "Il Giorno" berichtet, wollen die Angehörigen der verstorbenen Eltern die Verantwortlichen der Seilbahngesellschaft verklagen.

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Gali Peleg sei auf der Suche nach einem Anwalt, der die Familie in einem künftigen Gerichtsverfahren vertritt. "Meine Frau ist am Boden zerstört", sagte ihr Ehemann Ron. "Sie haben versucht, das Geld für die Wartung der Seilbahn zu sparen und nun starben dadurch Menschen. Ganze Familien wurden zerstört. Sobald die schwierigsten Tage vorbei sind, werden wir nach Italien reisen und Gerechtigkeit verlangen."

Eitan fragt ständig nach seinen Eltern

Seit Freitag ist Eitan bei Bewusstsein. Seine Tante Aya sass an seinem Bett und der kleine Junge erkannte sie sofort. "Hallo Tante, wo bin ich?", fragte er. Dann: "Wo sind Mama und Papa?" Seither habe er die Frage mehrmals gestellt, schreibt "Il Giorno". Doch weder die Tante noch die behandelnden Psychologen und Psychologinnen haben ihm bis jetzt die Wahrheit erzählt.

Wie die Kinder-Expertin Anna Oliverio Ferraris erklärte, müsse Eitan die schlechte Nachricht sehr sorgfältig erzählt werden. "Es sollte nicht alles beim ersten Gespräch mitgeteilt werden", so der Ratschlag der Psychologin. Vielleicht müsse man zunächst hervorheben, dass sein Vater ihn im Moment des Absturzes mit seiner Umarmung beschützte, sagt die Psychologin.

"Mama und Papa sind jetzt woanders, aber sie freuen sich sehr, dass du hier bist und wünschen sich, dass du bleibst", könnte man zu Eitan sagen, meint Oliverio Ferraris. Dabei solle man Eitan umarmen und mit ihm in einer sanften Stimme reden, damit das Kind sich geborgen fühlt. Zu einem späteren Zeitpunkt könne man mit Spielen das Trauma behandeln, sagt die Psychologin.

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