Ekel-Alarm in Fast-Food-Filiale: Schnur in Burger

Das Bild eines Ekel-Brötchens von Burger King in Biel (Schweiz) schockiert die Fast-Food-Gemeinde. Ein Experte vermutet zu wissen, wie es so weit kommen konnte.
Der Burger, den Raphael Friederich in Biel bei Burger King bestellt hat, schockierte die 20-Minuten-Leser in der Schweiz. "Es sah aus, als wären dreckige Schnüre und Karton im Brötchen verbacken worden", sagt er.

Auf der Unterseite des Brötchens ist ein grauer Fleck, aus dem etwas Schmieriges herausquillt. Friederich wurde es so übel, dass er ins Spital ging, wo ihm Bauchkrämpfe attestiert wurden. "Mir wurde kotzübel, mein Magen drehte sich um."

"Keine Schlamperei"

Bei dem grauen Fleck dürfte es sich tatsächlich um ein Garn handeln, glaubt Daniel Rüegg. Er ist Lebensmitteltechnologe Fachrichtung Backwaren und hat lange Jahre bei einer Industriebäckerei eines Grossverteilers gearbeitet. Von einer Schlamperei könne nicht gesprochen werden, sagt Rüegg.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. In Großbäckereien würden für Mehl und Backmischungen Papiersäcke verwendet. Diese sind oben mit einem Garn zugenäht. Um nun das Mehl in die Knetmaschine zu bekommen – eine Art Badewanne mit mehreren Hundert Litern Fassungsvermögen –, werde die Kante dieses Sacks über den Rand der Maschine gelegt.

Detektoren schlagen keinen Alarm

Mit der freien Hand wird die Schnur abgerissen. Normalerweise würden die Schnur und der Papiersack dann fortgeworfen. Es sei aber durchaus möglich, dass die Schnur in dem Moment in die Knetmaschine falle und vom Mehl überdeckt werde (siehe Bilder).

Es sei fast unmöglich, dies zu entdecken. Die Metalldetektoren und Röntgengeräte, die zur Fremdkörperdetektion eingesetzt werden, könnten Schnüre nicht erkennen. Sonst würden sie bei jedem Sesamkorn Alarm schlagen. So kann die Schnur schlussendlich bis in das Burgerbrötli gelangen.

Drei bis vier Vorfälle pro Jahr

Die Schnur könnte man sogar essen, sagt Rüegg. Denn auch die Verpackungen der Mehlsäcke seien sauber und würden verschweisst angeliefert. Drei -bis viermal im Jahr gebe es in Grossbäckereien solche Vorfälle.

Im Gegensatz zu Schimmel oder Ähnlichem habe dies weder mit mangelnder Hygiene zu tun noch sei in der Bäckerei unsorgfältig gearbeitet worden. "Das Geknäuel mag eklig erscheinen und hat nichts im Brot zu suchen", sagt Rüegg. "Gesundheitsschädlich ist es aber mit Sicherheit nicht."

Mittlerweile hat sich auch Burger King zum Vorfall gemeldet. "Burger King verpflichtet sich zu hohen Standards der Lebensmittelsicherheit. Wir haben unseren Lieferanten aufgefordert, eine Untersuchung durchzuführen", heißt es in einem Statement. Man werde auch beim Bieler Franchisenehmer nachhaken.

(20 Minuten)

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